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	<title>Synagoge Archive - Ahnenblog</title>
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	<description>Geschichten, Tipps und Tricks aus meiner Ahnenforschung</description>
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		<title>&#8222;Eine Zierde dieser freundlichen Stadt&#8220; &#8211; Die Synagoge von Schivelbein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Nov 2025 11:31:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jüdische Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ortsgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Schivelbein]]></category>
		<category><![CDATA[Synagoge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schivelbeiner Synagoge, einst Teil des reichen jüdischen Lebens in Pommern, wurde 1938 in der Reichspogromnacht zerstört.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ahnenblog.globonauten.de/eine-zierde-dieser-freundlichen-stadt-die-synagoge-von-schivelbein/">&#8222;Eine Zierde dieser freundlichen Stadt&#8220; &#8211; Die Synagoge von Schivelbein</a> erschien zuerst auf <a href="https://ahnenblog.globonauten.de">Ahnenblog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Ein Haus im Herzen der Stadt</h2>



<p>Bereits seit 1821 besaß die jüdische Gemeinde Schivelbeins eine Synagoge, die „59 Jahre hindurch die Schivelbeiner Juden bei freudigen und schmerzlichen Anlässen aufgenommen“ hatte.<sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup> Das Gotteshaus lag zentral in der damaligen Neustadt &#8211; der späteren Glasenappstraße &#8211; schräg hinter der Marienkirche, und nur wenige Schritte vom Schivelbeiner Marktplatz entfernt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup></p>



<p>Diese Lage im Herzen der Stadt war keineswegs selbstverständlich. Die Entscheidung, die Synagoge nicht &#8211; wie in vielen anderen deutschen Städten jener Zeit &#8211; verborgen in einem abgelegenen Viertel zu errichten, sondern in Nachbarschaft zur christlichen Kirche, zeugt davon, dass jüdisches Leben in Schivelbein als selbstverständlicher Bestandteil der städtischen Gesellschaft galt. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/79658586_164787024882233_4584624387272998912_n.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="636" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/79658586_164787024882233_4584624387272998912_n-1024x636.jpg" alt="" class="wp-image-2741" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/79658586_164787024882233_4584624387272998912_n-1024x636.jpg 1024w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/79658586_164787024882233_4584624387272998912_n-300x186.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/79658586_164787024882233_4584624387272998912_n-768x477.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/79658586_164787024882233_4584624387272998912_n-1536x954.jpg 1536w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/79658586_164787024882233_4584624387272998912_n.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Luftaufnahme Schivelbein, links die Marienkirche, schräg rechts daneben die Synagoge</figcaption></figure></div>


<p>Viele Jahre hatte das alte Fachwerkgebäude seinen Dienst getan. Doch mit dem dem fortschreitenden baulichen Verfall und dem Wachstum der jüdischen Bevölkerung wurde ein Neubau Mitte des 19. Jahrhunderts unausweichlich. Man war sich einig: Für die mittlerweile rund 400 Gemeindemitglieder sollte ein würdiges, repräsentatives Gotteshaus entstehen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">3</sup></p>



<p>Der geplante Neubau sollte nicht nur den religiösen Bedürfnissen der Gemeinde entsprechen, sondern war vermutlich auch Ausdruck der Emanzipationsbestrebungen und des gesellschaftlichen Aufstiegs der jüdischen Bevölkerung im kaiserlichen Preußen. Das neue Gotteshaus stellte daher wohl weit mehr als einen Raum für den Gottesdienst dar &#8211; es sollte wahrscheinlich zugleich das Streben nach Gleichberechtigung und Anerkennung im öffentlichen Leben verkörpern und als sichtbares Zeichen des Selbstbewusstseins und des Stolzes der jüdischen Gemeinde dienen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Opferbereitschaft und architektonische Pracht</h2>



<p>Der Neubau in repräsentativer Ausführung kostete Geld &#8211; viel Geld &#8211; und die Gemeinde musste, wie es hieß, &#8222;bedeutende Opfer&#8220; bringen,<sup class="modern-footnotes-footnote ">4</sup> um das Projekt zu verwirklichen. </p>



<p>Zunächst war eine Erweiterung des vorhandenen Baugrundstücks erforderlich. Der Schivelbeiner Kaufmann Salomon Ephraim Jacobus erwarb ein angrenzendes Areal mit Wohnhaus, Garten und Hofräumen, das er der Synagogengemeinde großzügig schenkte.<sup class="modern-footnotes-footnote ">5</sup> </p>



<p>Doch auch viele andere Gemeindemitglieder griffen tief in die Tasche, um den Bau des Gotteshauses zu ermöglichen. Die Baukosten beliefen sich schließlich 51.000 Mark<sup class="modern-footnotes-footnote ">6</sup>&#8211; nach heutiger Kaufkraft fast 400.000 Euro. Um diese Summe aufzubringen, waren hohe Mitgliederbeiträge von teils bis zu 165 Prozent der Einkommenssteuer erforderlich.<sup class="modern-footnotes-footnote ">7</sup> </p>



<p>Als die Finanzierung schließlich gesichert war, konnte am 26. Mai 1879 die feierliche Grundsteinlegung stattfinden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">8</sup> Nur eineinhalb Jahre später war das neue Gotteshaus vollendet &#8211; und es war, wie der Stettiner Rabbiner Dr. Vogelstein in seiner Einweihungspredigt betonte &#8211; &#8222;eine Zierde dieser freundlichen Stadt geworden&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">9</sup></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-Schivelbein-1.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-Schivelbein-1-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-2736" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-Schivelbein-1-1024x682.jpg 1024w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-Schivelbein-1-300x200.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-Schivelbein-1-768x511.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-Schivelbein-1.jpg 1281w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure></div>


<p>Die hohe Hauptfassade fiel schon von weitem ins Auge. Eine große Rosette und ein hervorgehobenes Eingangsportal verliehen dem Bau eine prägnante Gestalt. Über dem Eingang prangte die Inschrift: &#8222;וְעָשׂוּ לִי מִקְדָּשׁ, וְשָׁכַנְתִּי בְּתוֹכָם“ &#8211; <em>Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne</em> (Exodus 25,8).<sup class="modern-footnotes-footnote ">10</sup></p>



<div class="wp-block-group alignfull"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p class="wp-container-content-9cfa9a5a">Seitlich ließen zwei Reihen von Fenstern Licht in das Innere strömen. Die kleinen runden Scheiben sorgten vermutlich für ein sanft gefiltertes, festliches Licht im Innenraum. Maurische Elemente wie Hufeisenbögen und zierliche Türmchen mischten sich mit gotischen und romanischen Formen. So war ein Backsteingebäude mit einem eigenen, unverwechselbaren Charakter entstanden &#8211; eine Verbindung jüdischer Symbolik mit den Formen europäischer Baukunst. </p>



<p class="wp-container-content-9cfa9a5a">Die Synagoge war von einem kleinen Garten umgeben. Zwischen den Bäumen war das Gebäude weithin sichtbar und prägte das Straßenbild. Ein Eisenzaun trennte es von der Straße, blieb jedoch offen genug, um Gemeindemitglieder und Gäste willkommen zu heißen.</p>
</div></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-1.jpg"><img decoding="async" width="629" height="397" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-1.jpg" alt="" class="wp-image-2727" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-1.jpg 629w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-1-300x189.jpg 300w" sizes="(max-width: 629px) 100vw, 629px" /></a></figure></div>


<p>Vom Innenraum ist ein Photo des zentralen Thoraschreins, des Aron haKodesch, erhalten, der traditionell an der Ostwand stand. Es zeigt einen geöffneten Schrein, eingerahmt von jeweils zwei Säulen an jeder Seite unter einem Rundbogen, über dem ein Davidstern prangt. Auf der Aufnahme sind helle Wände, silberne Leuchter und Wandtafeln zu erkennen, eventuell Gedenktafeln für Gefallene des Ersten Weltkriegs oder Stiftungstafeln. Schriftliche Quellen erwähnen außerdem ein Harmonium für die musikalische Begleitung,<sup class="modern-footnotes-footnote ">11</sup> die ewige Lampe,<sup class="modern-footnotes-footnote ">12</sup> einen kostbaren Vorhang, der den Thoraschrein bedeckte, sowie Thoramäntel, die die heiligen Rollen umhüllten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">13</sup></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-innen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="506" height="770" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-innen.jpg" alt="" class="wp-image-2735" style="width:auto;height:400px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-innen.jpg 506w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-innen-197x300.jpg 197w" sizes="auto, (max-width: 506px) 100vw, 506px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">aus dem Israelitischen Familienblatt 1931 <sup class="modern-footnotes-footnote ">14</sup></figcaption></figure></div>


<p>Vieles deutet darauf hin, dass die Synagoge über eine Empore verfügte &#8211; charakteristisch für Synagogenbauten des 19. Jahrhunderts im mitteleuropäischen Raum. Die zweigeschossige Fassade mit den hohen Fenstern im Obergeschoss sowie die Größe der Gemeinde und ihr entsprechender Platzbedarf stützen diese Annahme. Vermutlich war die Empore den Frauen vorbehalten.</p>



<p>Alles in allem lässt das überlieferte Bild einen Ort ruhiger Würde vermuten, in dem sanftes Licht und bürgerliche Eleganz die Atmosphäre prägten.</p>



<p>Am 2. Dezember 1880 wurde der neue repräsentative Mittelpunkt jüdischen Lebens in Schivelbein feierlich eingeweiht. Die ewige Lampe wurde entzündet, die Thorarollen in die heilige Lade gestellt<sup class="modern-footnotes-footnote ">15</sup> und dann hielt Rabbiner Dr. Vogelstein aus Stettin die Einweihungspredigt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Blütezeit und Bedrohung</h2>



<p>Über viele Jahrzehnte war die Synagoge das geistige und gesellschaftliche Zentrum der jüdischen Gemeinde. Sie diente, wie es Prediger Rackwitz 1898 ausdrückte, zugleich als &#8222;ein Versammlungsort, ein Tempel oder Bethaus, eine Schule oder ein Lehrhaus&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">16</sup> Lehrer, Kantoren und mit <a href="https://ahnenblog.globonauten.de/der-schivelbeiner-rabbi-aus-stuttgart/">Dr. Karl Richter</a> zuletzt auch der Bezirksrabbiner wirkten hier und prägten das religiöse Leben nachhaltig.</p>



<p>Doch schon früh wurde das Gotteshaus Ziel antisemitischer Angriffe. Ein Bericht aus dem Jahr 1894 schildert die Ereignisse: &#8222;Schon zu wiederholten Malen sind von jungen Burschen die Fensterscheiben in der Synagoge, an Straßenlaternen u.s.w. eingeworfen worden. Jüngst traf ein solcher Wurf ein Synagogenfenster während des Gottesdienstes und zertrümmerte es. Ueberhaupt scheint es, als ob sich die Burschen insbesondere jüdisches Eigentum für ihre Zerstörungswut ausersehen haben.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">17</sup> Berichte über Zerstörungen während der <a href="https://ahnenblog.globonauten.de/heymann-jacobus-und-die-krawalle-von-schivelbein/">Schivelbeiner Exzesse</a> im August 1881 sind nicht überliefert &#8211; doch ist anzunehmen, dass auch die Synagoge von den antisemitischen Ausschreitungen betroffen war.</p>



<p>Im Oktober 1910 brachen Unbekannte in das Gebäude ein. Sie stahlen den Vorhang des Thoraschreins, Thoramäntel  und Silbergeräte im Wert von etwa 1000 Mark.<sup class="modern-footnotes-footnote ">18</sup> Ein Teil der Gegenstände wurde ein Jahr später bei Reinickendorf nahe Berlin wiederaufgefunden,<sup class="modern-footnotes-footnote ">19</sup> der Rest blieb verschollen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="520" height="318" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-Schivelbein2.jpg" alt="" class="wp-image-2728" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-Schivelbein2.jpg 520w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/10/Synagoge-Schivelbein2-300x183.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px" /></figure></div>


<p>1931 feierte die Gemeinde das 50-jährige Bestehen ihrer Synagoge. Angesichts der wirtschaftlich schwierigen Zeit verzichtete man auf eine große Feier und beendete den Festgottesdienst lediglich mit einem gemütlichen Beisammensein. Zuvor hatte man es sich aber nicht nehmen lassen, das Gebäude renovieren und mit einem neuen Anstrich versehen zu lassen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">20</sup></p>



<p>Für den Mühlenbesitzer <a href="https://ahnenblog.globonauten.de/der-juedische-muehlenbesitzer-von-schivelbein/">Max Salomon</a>, der mehr als drei Jahrzehnte an der Spitze der Gemeinde stand, wurde das Synagogenjubiläum zum letzten großen Fest seines Lebens. Ein Jahr später, am 17. März 1932, starb er. In seiner Festrede hatte er Gottes Segen für Synagoge und Gemeinde erfleht<sup class="modern-footnotes-footnote ">21</sup> – ein Wunsch, der sich keine sieben Jahre später zerschlagen sollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Ende</h2>



<p>In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 stand die Synagoge, das Zentrum jüdischen Gemeindelebens in Schivelbein, in Flammen. Gemeindemitglieder eilten herbei, um ihr Gotteshaus zu retten, doch sie wurden daran gehindert und verjagt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">22</sup> Die Feuerwehr beschränkte sich darauf, ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser zu verhindern. Kurz darauf wurden die verbliebenen Mauern gesprengt und die Steine zur Ausbesserung von Wegen verwendet.<sup class="modern-footnotes-footnote ">23</sup> Von dem ehrwürdigen Bau blieb nichts zurück. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="219" height="300" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/571451142_10240265558436248_7932427581616352543_n-219x300.jpg" alt="" class="wp-image-2748" style="width:auto;height:500px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/571451142_10240265558436248_7932427581616352543_n-219x300.jpg 219w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/571451142_10240265558436248_7932427581616352543_n-747x1024.jpg 747w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/571451142_10240265558436248_7932427581616352543_n-768x1052.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/571451142_10240265558436248_7932427581616352543_n.jpg 864w" sizes="auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blick vom Dahliengarten auf die Marienkirche (eigenes Bild)</figcaption></figure></div>


<p><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/der-juedische-arzt-von-schivelbein/">Dr. Siegbert Meyersohn</a>, Max Salomons Schwiegersohn und neuer Vorsitzender der Synagogengemeinde, Max Ehrenberg, der Kantor und Religionslehrer sowie weitere hochangesehene Gemeindemitglieder wurden verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen nördlich von Berlin deportiert. </p>



<p>Für das verwüstete Gelände in bester Innenstadtlage ließ sich die Stadt 1940 als Eigentümerin ins Grundbuch eintragen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">24</sup> Anstelle des Gotteshauses plante sie den Neubau des Rathauses,<sup class="modern-footnotes-footnote ">25</sup> was jedoch nie realisiert wurde. Stattdessen legte man einen Dahliengarten an, in dem die nichtjüdischen Schivelbeiner fortan flanierten.  Juden lebten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Schivelbein. Gauleiter Franz Schwede-Coburg, ein glühender und übereifriger Nationalsozialist, hatte sein Ziel erreicht und Pommern als ersten Gau des Reiches für „judenfrei“ erklärt. </p>



<p>Schivelbeiner, die später vertrieben wurden, trugen in ihre handgezeichneten Stadtpläne noch immer die Synagoge ein<sup class="modern-footnotes-footnote ">26</sup> – als wäre sie nie verschwunden. Doch aus der „Zierde dieser freundlichen Stadt“ war ein leerer Platz geworden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="794" height="511" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/Stadtplan-Schivelbein-Ausschnitt.jpg" alt="" class="wp-image-2759" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/Stadtplan-Schivelbein-Ausschnitt.jpg 794w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/Stadtplan-Schivelbein-Ausschnitt-300x193.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2025/11/Stadtplan-Schivelbein-Ausschnitt-768x494.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 794px) 100vw, 794px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausschnitt aus dem Stadtplan von Schivelbein, links unten die Synagoge, gefertigt von Paul Heyse</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Quellen</h2>



<p>Dr. Joel, Julius: Fest-Predigt bei dem zur Krönungsfeier Ihrer Majestät von Preussen (am 18. Oktober 1861) veranstalteten Gottesdienste in der Synagoge zu Schivelbein, Selbstverlag Schivelbein 1861</p>



<p>Dr. Vogelstein, Hermann: Wahrheit und Friede, Predigt, gehalten zur Feier der Einweihung der neuen Synagoge zu Schivelbein, Verlag von Barnim Behrendt, Stettin 1881</p>



<p>Salinger, Gerhard: Die einstigen jüdischen Gemeinden Pommerns, Teilband 3: Teil III N-Z, S. 705 f. und Teilband 4: Anhang zu Teil III, S. 1055</p>



<p><strong>Zeitungsartikel</strong><br>Allgemeine Zeitung des Judenthums 43. Jahrgang, Nr.25 vom 17.06.1879, S. 396: Bericht über die Grundsteinlegung zum Neubau einer Synagoge</p>



<p>Jeschurun 24 vom 15.06.1894, S. 365: Einwurf der Fensterscheiben der Synagoge</p>



<p>Der Israelit 47 vom 16.06.1898, S. 861: &#8222;Antisemitische Wahrheitsliebe&#8220;</p>



<p>General Anzeiger für Bonn und Umgegend 21. Jahrgang, Nr. 7382 vom 25.10.1910, S.11: Einbruch in die Synagoge</p>



<p>Israelitisches Familienblatt 12. Jahrgang, Nr. 47 vom 24.11.1910, S. 4: Fund von Gegenständen, die beim Synagogendiebstahl entwendet wurden </p>



<p>Israelitisches Familienblatt 33. Jahrgang, Nr. 5 vom 29. Januar 1931, S. 5: 50jähriges Synagogenjubiläum</p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Israelitisches Familienblatt 33. Jg. Nr. 5 vom 29.01.1931, S. 5</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;s. Stadtpläne von Schivelbein, gefertigt 1968/69 von Paul Heyse und 1993 von Dietrich Leistikow&nbsp;</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Allgemeine Zeitung des Judenthums 43. Jg. Nr. 25 vom 17.06.1879, S. 396</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Allgemeine Zeitung des Judenthums 43. Jg. Nr. 25 vom 17.06.1879, S. 396</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Grundbuch von Schivelbein, Band 2, No. 382, Israelitisches Familienblatt 33. Jg. Nr. 5 vom 29.01.1931, S. 5</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Salinger, Gerhard: Die einstigen jüdischen Gemeinden Pommerns, Teilband 3: Teil III N-Z, S. 705 </div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Salinger, Gerhard: Die einstigen jüdischen Gemeinden Pommerns, Teilband 3: Teil III N-Z, S. 709</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Allgemeine Zeitung des Judenthums 43. Jg. Nr. 25 vom 17.06.1879, S. 396</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dr. Vogelstein, Hermann: Wahrheit und Friede, Predigt, gehalten zur Feier der Einweihung der neuen Synagoge zu Schivelbein, S. 3</div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;s. Bild der Synagoge, mit bestem Dank an die Facebook-Gruppe Jewish Genealogy Portal für die Hilfe bei der Entzifferung</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Israelitisches Familienblatt 33. Jahrgang, Nr. 5 vom 29. Januar 1931, S. 5</div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dr. Vogelstein, Hermann: Wahrheit und Friede, Predigt, gehalten zur Feier der Einweihung der neuen Synagoge zu Schivelbein, S. 3</div><div>13&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;General Anzeiger für Bonn und Umgegend 21. Jahrgang, Nr. 7382 vom 25.10.1910, S.11</div><div>14&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Israelitisches Familienblatt 33. Jg. Nr. 5, 29.01.1931, S. 5</div><div>15&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dr. Vogelstein, Hermann: Wahrheit und Friede, Predigt, gehalten zur Feier der Einweihung der neuen Synagoge zu Schivelbein, S. 3</div><div>16&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Israelit 16.06.1898, Zitat Schivelbeiner Kreisblatt Nr. 97</div><div>17&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jeschurun 24, 15.06.1894, S. 365</div><div>18&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;General Anzeiger für Bonn und Umgegend 21. Jahrgang Nr. 7382 vom 25.10.1910, S.11</div><div>19&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Israelitisches Familienblatt 33. Jahrgang, Nr. 5 vom 29. Januar 1931, S. 5</div><div>20&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Israelitisches Familienblatt 33. Jahrgang Nr. 5 vom 29. Januar 1931, S. 5</div><div>21&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Israelitisches Familienblatt 33. Jahrgang Nr. 5 vom 29. Januar 1931, S. 5</div><div>22&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Salinger, Gerhard: Die einstigen jüdischen Gemeinden Pommerns, Teilband 4: Anhang zu Teil III S. 1055</div><div>23&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Salinger, Gerhard: Die einstigen jüdischen Gemeinden Pommerns, Teilband 3: Teil III N-Z, S. 713, basierend auf den Erinnerungen von Gisela Mießner</div><div>24&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Grundbuch von Schivelbein, Band 2, No. 382</div><div>25&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Salinger, Gerhard: Die einstigen jüdischen Gemeinden Pommerns, Teilband 3: Teil III N-Z, S. 713, basierend auf den Erinnerungen von Gisela Mießner</div><div>26&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Pläne von Dietrich Leistikow und Paul Heyse</div><p>Der Beitrag <a href="https://ahnenblog.globonauten.de/eine-zierde-dieser-freundlichen-stadt-die-synagoge-von-schivelbein/">&#8222;Eine Zierde dieser freundlichen Stadt&#8220; &#8211; Die Synagoge von Schivelbein</a> erschien zuerst auf <a href="https://ahnenblog.globonauten.de">Ahnenblog</a>.</p>
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