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	<title>Kultusbeamte Archive - Ahnenblog</title>
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	<description>Geschichten, Tipps und Tricks aus meiner Ahnenforschung</description>
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		<title>Der Kultusbeamte von Schivelbein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Dec 2024 08:31:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Familiengeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte des Lehrers und Kantors der jüdischen Gemeinde von Schivelbein, Siegmund Saul, und seiner Familie.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ahnenblog.globonauten.de/der-kultusbeamte-von-schivelbein/">Der Kultusbeamte von Schivelbein</a> erschien zuerst auf <a href="https://ahnenblog.globonauten.de">Ahnenblog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Emma Saul saß am hölzernen Esstisch in der Küche und zog den Wollschal enger um die Schultern. Erst drei Uhr und draußen war es fast dunkel. Und so kalt. Ein weiteres Holzscheit würde sie heute nicht mehr auflegen können, die Monatsmitte war kaum vorbei und hätte Felix ihr bei seinem letzten Besuch in Schivelbein nicht den Keller mit Kartoffeln und Wruken gefüllt, sie wüsste nicht, wie sie über den Winter kommen sollte. 100 Milliarden Mark kostete ein Brot mittlerweile, diese Welt da draußen war verrückt geworden. Vielleicht würde es Hannale trotzdem schaffen, einen Hering, nur einen einzigen, für den Schabbatabend zu ergattern. Wenn sie daran dachte, wie Siegmund dafür gekämpft hatte, endlich 1000 Mark mehr Lohn zu bekommen &#8211; heute könnte er davon nicht einmal mehr ein Ei kaufen. So sehr sie ihren Mann vermisste &#8211; gut, dass er das nicht mehr erleben musste. Hätte sie die Kinder nicht, sie wäre schon längst nicht mehr aufgewacht, vor Kälte und Hunger. Neulich hatte es wieder geklopft, die Synagogengemeinde hatte jemanden geschickt, um nach ihr zu sehen. Aber mit denen war sie fertig, lieber würde sie erfrieren, als deren Almosen anzunehmen. Du wärest stolz auf Deine Kinder, Siegmund, sie haben es zu etwas gebracht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Lehrer aus Lobsens</h2>



<p>Siegmund Saul wurde am 4. Dezember 1849 in Lobsens in der Provinz Posen als jüngstes von acht Kindern des Kürschners Chaim Saul und dessen Frau Chaya Lewin geboren.<sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup> Chaim Saul stammte aus dem westpreußischen Schneidemühl, seine Frau Chaya kam aus Czarnikau in der Provinz Posen. Sie war die Tochter von Raphael Lewin, einem Kantor. </p>



<p>In Lobsens lebten um 1850 etwa 2700 Menschen<sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup> und fast jeder dritte Einwohner war jüdischen Glaubens. Es gab eine Synagoge, ein jüdisches Lehrhaus, einen jüdischen Friedhof und sogar der Bürgermeister war ein Jude.<sup class="modern-footnotes-footnote ">3</sup> Aber bleiben wollten viele nicht, die jüdische Bevölkerung von Lobsens nahm stetig ab, es zog die Menschen in die großen Städte, nach Bromberg oder Berlin. So auch die Kinder der Familie Saul, die fast alle ihr Glück in der Hauptstadt suchten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/09/2569819-e1734868353392.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="572" height="368" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/09/2569819-e1734868353392.jpg" alt="" class="wp-image-2328" style="width:auto;height:350px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/09/2569819-e1734868353392.jpg 572w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/09/2569819-e1734868353392-300x193.jpg 300w" sizes="(max-width: 572px) 100vw, 572px" /></a></figure></div>


<p>Der Beruf des Kürschners war für Siegmund Saul keine Option. Stattdessen bot der Lehrerberuf in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine vielversprechende Möglichkeit für gesellschaftlichen Aufstieg.<sup class="modern-footnotes-footnote ">4</sup> Sein älterer Bruder Hermann hatte diesen Weg bereits eingeschlagen, was Siegmund zusätzlich motivierte, ebenfalls Lehrer zu werden. Der Beruf verlangte jedoch mehr als nur den Wunsch nach Aufstieg: Er erforderte hohen Idealismus und bedeutete harte Arbeit und persönlichen Verzicht.</p>



<p>Die religiöse Erziehung der Kinder hatte in der jüdischen Gesellschaft stets einen hohen Stellenwert.<sup class="modern-footnotes-footnote ">5</sup> Über Jahrhunderte hinweg fand der Unterricht durch die Eltern selber, Privatlehrer oder in nicht-staatlichen einklassigen Zwergschulen statt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">6</sup> Geeignete Pädagogen waren jedoch kaum vorhanden. Die Lehrerqualifikation war an allen Volksschulen Preußens, jüdisch wie christlich, bis ins 19. Jahrhundert ein Trauerspiel. 1729 sah der Auswahlprozess für einen angehenden Lehrer in Pommern wie folgt aus: Ein Schuster, ein Weber, ein Schneider, ein Kesselflicker und ein Invalide mussten drei Kirchenlieder singen, vorlesen, buchstabieren, ein kurzes Diktat schreiben und rechnen. Der Schneider schied gleich aus: „<em>sollte lieber zu Haus geblieben sein, Rechnen ganz unbekannt, er zählte an den Fingern wie ein klein Kind</em>.&#8220; Man entschied sich für den Weber als kleinstes Übel: obwohl er beim Singen „<em>quekte mehrmalen</em>,&#8220; 10 Lesefehler machte, drei Handschriften „<em>schwach und mit Stocken</em>“ las, in drei Reihen Diktat fünf Fehler machte und des Rechnens nicht kundig war.<sup class="modern-footnotes-footnote ">7</sup> </p>



<p>In der jüdischen Bildungslandschaft war dies kaum anders, wie aus einem Bericht der Stettiner Regierung von 1820 hervorgeht: &#8222;<em>Die Lehrer sind in der Regel rohe und unwissende Menschen, die von den jüdischen Hausvätern für ein geringes Lohn auf unbestimmte Zeit gemiethtet und in Kost genommen werden</em>.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">8</sup></p>



<p>Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten christlichen Lehrerbildungsanstalten in Preußen. 1854 gab es den Versuch, gesamtstaatliche Standards für die Lehrerbildung zu schaffen und damit auch die Volksschullehrerausbildung zu professionalisieren.<sup class="modern-footnotes-footnote ">9</sup> Einen Handlungsbedarf für entsprechende jüdische Anstalten sahen die staatlichen Stellen lange nicht.<sup class="modern-footnotes-footnote ">10</sup> Initiativen jüdischer Pädagogen scheiterten meist an der Finanzierung &#8211; während christliche Anstalten zu fast drei Vierteln aus staatlichen Mitteln unterstützt wurden, standen für entsprechende jüdische Institutionen keinerlei Gelder zur Verfügung.<sup class="modern-footnotes-footnote ">11</sup> Juden, die christliche Lehrerbildungsanstalten besuchen wollten, wurden entweder gar nicht erst aufgenommen oder nur als Gasthörer akzeptiert.<sup class="modern-footnotes-footnote ">12</sup> Selbst wenn sie teilnehmen durften, qualifizierten sie sich durch die die evangelischen oder katholischen Inhalte der Ausbildung nicht für den späteren Dienst an ihren Schulen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">13</sup> Die jüdischen Gemeinden waren sich einig &#8211; es bestand dringender Handlungsbedarf.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/341767.jpg"><img decoding="async" width="214" height="300" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/341767-214x300.jpg" alt="" class="wp-image-2402" style="width:auto;height:400px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/341767-214x300.jpg 214w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/341767.jpg 531w" sizes="(max-width: 214px) 100vw, 214px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die jüdische Lehrerbildungsanstalt in Berlin<sup class="modern-footnotes-footnote ">14</sup></figcaption></figure></div>


<p>Am 6. November 1859 öffnete in Berlin in den Räumlichkeiten der jüdischen Knabenschule eine &#8222;Jüdische Lehrerbildungsanstalt&#8220; ihre Pforten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">15</sup> 1867 begann Siegmund Saul hier seine Lehrerausbildung.<sup class="modern-footnotes-footnote ">16</sup> Lange, prall gefüllte Arbeitstage. Unterricht in Religionswissenschaften, Schulkunde, Deutsch, Geschichte, Geographie, Naturkunde, Rechnen, Raumlehre, Schreiben, Zeichnen, Musik und Turnen,<sup class="modern-footnotes-footnote ">17</sup> dazu Vertretungsunterricht in der Knabenschule, Pausenaufsichten, Mithilfe im Turnunterricht, organisatorische Arbeiten, insgesamt mindestens 56 Stunden pro Woche. An jüdische Lehrer wurden höhere Anforderungen gestellt als an ihre nicht-jüdischen Kollegen. Von ihnen wurde nicht nur der Unterricht der Kinder erwartet, sondern auch die Wahrnehmung religiöser und seelsorgerischer Aufgaben.<sup class="modern-footnotes-footnote ">18</sup> Die Vorbereitung auf die künftigen theologische Pflichten, als Prediger und Kantor, trat hinter dem pädagogischen Pensum zurück.<sup class="modern-footnotes-footnote ">19</sup></p>



<p>1871 schloss Siegmund Saul seine Ausbildung in Berlin ab. Vermutlich führte ihn seine erste Anstellung als Lehrer ins westfälische Levern und anschließend an den Niederrhein nach Dinslaken.<sup class="modern-footnotes-footnote ">20</sup> Gesichert ist, dass er 1881 in den Kreis Posen zurückkehrte. Aber er war nicht mehr allein &#8211; in Levern hatte er Emma Horwitz kennengelernt, die er dort am 28. Juli 1880 heiratete.<sup class="modern-footnotes-footnote ">21</sup> Am 3. August 1881 kam Tochter Eugenie in Kosten, Kreis Posen zur Welt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">22</sup> Mit der Familiengründung war die Zeit gekommen, sich an einem Ort dauerhaft niederzulassen. Diese Möglichkeit bot sich in Preußisch Stargard, 50km südlich von Danzig. 13 Jahre lang war Siegmund Saul dort als Lehrer und Kantor für die jüdische Gemeinde tätig. Emma Saul brachte hier acht weitere Kinder zur Welt, von denen eines, der kleine Richard, seinen ersten Geburtstag nicht erlebte. Doch auch Preußisch Stargard sollte nicht die endgültige Heimat der Familie werden. Am 16. Juni 1893 meldete die Zeitung Jescherun, dass Siegmund Saul der neue Lehrer und Kantor der jüdischen Gemeinde von Schivelbein geworden war.<sup class="modern-footnotes-footnote ">23</sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Schivelbeiner Jahre</h2>



<p>Dreißig Jahre hatte Rabbiner Hirsch Rackwitz die jüdische Gemeinde Schivelbein angeführt, bis er am 4. Juni 1893 starb.<sup class="modern-footnotes-footnote ">24</sup> Lange Zeit war er schwer erkrankt, so sehr, dass dem Synagogenvorstand bereits früh klar war, dass ihr Rabbiner nicht mehr aus dem jüdischen Krankenhaus in Berlin nach Schivelbein zurückkehren würde. Zunächst sollte Siegmund Saul den Rabbiner nur vertreten, doch er erfüllte diese Aufgabe so gut, dass man beschloss, künftig einen Lehrer und Kantor anzustellen. Wahrscheinlich spielten dabei auch finanzielle Aspekte eine Rolle. Die Schivelbeiner Gemeinde war seit Jahren geschrumpft: die Nähe zu Berlin, die Nachwehen der Schivelbeiner Krawalle<sup class="modern-footnotes-footnote ">25</sup> und eine immer kleiner werdende Zahl finanzkräftiger Gemeindemitglieder führten dazu, dass die Entlastung der Gemeindekasse durch die Einstellung eines schlechter bezahlten Lehrers und Kantors naheliegend erschien.</p>



<p>Das Amt, das Siegmund Saul übernahm, trug den Titel Kultusbeamter. Die Aufgaben eines Kultusbeamten umfassten sämtliche religiöse Handlungen in einer jüdischen Gemeinde, darunter die Aufgaben eines Religionslehrers, eines Vorbeters und häufig auch die des Schächters, also des rituellen Schlachters. Einen Einblick in die weitreichenden Zuständigkeiten bietet die &#8222;Universal-Agende für jüdische Kultusbeamte&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">26</sup> Neben Gottesdiensten am Schabbat und den Feiertagen war der Kultusbeamte auch in nahezu allen anderen Lebensbereichen tätig: bei Grundsteinlegungen, Einweihungen, Verlobungen, Geburten, Hochzeiten und Totenfeiern, bei Beschneidungen und Konfirmationen und sogar bei patriotischen Feiern &#8211; die Dienste von Siegmund Saul waren überall gefragt.</p>



<p>Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in ganz Pommern 61 solcher Kultusbeamten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">27</sup> Anders als der Titel vermuten lässt, waren sie aber gerade keine Beamten &#8211; sie waren weder auf Dauer beschäftigt noch amtsangemessen bezahlt oder durch eine Alterspension abgesichert. Die Tätigkeit für die Gemeinde sicherte ihnen allenfalls ein karges Grundeinkommen, das sie durch Privatunterricht und Schlachtgebühren aufbessern konnten. Die fundierte Ausbildung im Lehrerbildungsseminar änderte wenig an ihrer finanziellen Lage. So war ein &#8222;jüdisches akademisches Proletariat&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">28</sup> entstanden: gebildet, aber arm. Den Synagogengemeinden war dabei kaum ein Vorwurf zu machen &#8211; anders als bei staatlichen Schulen mussten sie ihre Lehrer selber finanzieren. </p>



<p>Siegmund Saul setzte auf das Zusatzeinkommen als Privatlehrer. Zwar bot ihm die Gemeinde auch das Amt des Schochet, des rituellen Schächters, an, aber Siegmund Saul war hierfür nicht ausgebildet und vielleicht wollte er die blutige Aufgabe auch gar nicht übernehmen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">29</sup> Stattdessen stürzte er sich mit Feuereifer in die Unterrichtung der jungen Menschen der Gemeinde. 40 Kinder besuchten seinen Unterricht.<sup class="modern-footnotes-footnote ">30</sup> Nach dem Besuch der allgemeinbildenden Schule kamen sie ein paar Stunden in der Woche in die jüdische Schule, wo sie von Siegmund Saul in Hebräisch, jüdischer Religion und Kultur unterrichtet wurden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Siegmund-och-Emma-Saul-scaled.jpg"><img decoding="async" width="709" height="1024" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Siegmund-och-Emma-Saul-709x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2372" style="width:auto;height:500px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Siegmund-och-Emma-Saul-709x1024.jpg 709w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Siegmund-och-Emma-Saul-208x300.jpg 208w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Siegmund-och-Emma-Saul-768x1110.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Siegmund-och-Emma-Saul-1063x1536.jpg 1063w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Siegmund-och-Emma-Saul-1417x2048.jpg 1417w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Siegmund-och-Emma-Saul-scaled.jpg 1772w" sizes="(max-width: 709px) 100vw, 709px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Emma und Siegmund Saul, <br>mit bestem Dank an Marit Kihlman</figcaption></figure></div>


<p>Siegmund Saul war ein Vollblutlehrer, dem neben der Unterrichtstätigkeit auch die Verbesserung der Situation der Lehrer am Herz lag. Im 19. Jahrhundert hatten sich jüdische Lehrer in den verschiedenen preußischen Provinzen in Vereinen zusammengeschlossen. 1891 entstand der &#8222;Bezirksverein der Lehrer und Cultusbeamten Cöslin&#8220;, dessen Ziel es war, &#8222;die soziale Stellung zu heben und die Zukunft der Kultusbeamten sicherzustellen&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">31</sup> Im Dezember 1896 wurde dieser Bezirksverein in den &#8222;Verein israelitischer Lehrer und Kantoren in Pommern&#8220; umbenannt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">32</sup> 1901 wurde Siegmund Saul in Schlawe zum Vorsitzenden des Vereins gewählt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">33</sup> &#8222;<em>Der Verein blüht auf&#8220;, </em>beschrieb ein Chronist das Wirken von Siegmund Saul. In Adolf Baronowitz, dem resoluten Erziehungsdirektor im nahegelegenen Repzin,<sup class="modern-footnotes-footnote ">34</sup> fand er einen Verbündeten im Kampf für die Verbesserung der Situation der Kultusbeamten. Denn Siegmund Saul wusste, dass sie nur gemeinsam stark sein würden: &#8222;<em>Wenn unsere Gemeinden sehen werden, daß wir nicht nur durch treue Arbeit, sondern auch durch stetes Zusammenhalten ein Faktor werden, mit dem sie rechnen müssen, dann werden wir dahin kommen, daß unsere soziale Stellung in unsern Wirkungskreisen eine bessere und würdigere werden wird.&#8220;</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">35</sup></p>



<p>Dann brach der Erste Weltkrieg aus. Fünf Söhne von Emma und Siegmund Saul zogen für Deutschland in die Schlacht, aber nur drei kehrten zurück. Die beiden jüngsten, Walter und Julius, fielen auf den Schlachtfeldern im Osten und in Frankreich.<sup class="modern-footnotes-footnote ">36</sup> Zwei Söhne, Sally und Georg, blieben bis 1920 in Gefangenschaft in Nordfrankreich. Und die dem Krieg folgende Wirtschaftskrise machte es der Familie Saul noch schwerer &#8211; das geringe Salär von Siegmund Saul reichte nun vorne und hinten nicht mehr.</p>



<p>Siegmund Saul war mittlerweile über 70 Jahre alt. In den Ruhestand zu gehen war für Kultusbeamte nicht vorgesehen. Hörten sie auf zu arbeiten, erhielten sie auch keine Bezüge mehr. Siegmund Saul war jetzt seit 50 Jahren berufstätig, davon 30 Jahre im Dienst der Synagogengemeinde Schivelbein. Das Geld, das er am Ende des Monats erhielt, entsprach dem Wochenverdienst eines Bäckergesellen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">37</sup> Ohne die Unterstützung ihrer Kinder hätten Emma und Siegmund Saul nicht überleben können, trotz aller Mühe. Aber die anstrengenden Festtagsgottesdienste waren einfach zu viel für den gealterten Kultusbeamten. 1922 bat er die Gemeinde um eine Gehaltserhöhung &#8211; jedoch nicht für sich selbst. Er war bereit, auf ein Drittel seiner Bezüge zu verzichten, wenn man einen Helfer anstellen würde, der ihm zumindest einen Teil der Gottesdienste abnähme.<sup class="modern-footnotes-footnote ">38</sup> Doch die Gemeinde lehnte ab. Zehn Monate später starb Siegmund Saul.<sup class="modern-footnotes-footnote ">39</sup></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7052.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="328" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7052-1024x328.jpg" alt="" class="wp-image-2347" style="width:auto;height:250px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7052-1024x328.jpg 1024w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7052-300x96.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7052-768x246.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7052.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Todesanzeigen der Familie<sup class="modern-footnotes-footnote ">40</sup> und der Synagogengemeinde<sup class="modern-footnotes-footnote ">41</sup></figcaption></figure></div>


<p>&#8222;Hinter den Coulissen &#8211; Ein neues Opfer des Beamtenelends&#8220; lautete die Überschrift eines Artikels in den Blättern für Erziehung und Unterricht, der die Synagogengemeinde anklagte.<sup class="modern-footnotes-footnote ">42</sup> Geld sei vorhanden gewesen, um den Kultusbeamten besser zu bezahlen, nur aus Geiz habe man dies unterlassen und in Anwesenheit der Witwe sogar geklagt, dass ein so günstiger Beamter künftig nicht mehr zu finden sei. Empört veröffentlichte der Synagogenvorstand eine Gegendarstellung. Hätte Siegmund Saul die Aufgaben des Schächters übernommen, hätte er auch mehr verdient. Die Zeitung blieb dabei &#8211; &#8222;<em>Der Vorstand hat dem verdienstvollen greisen Kultusbeamten gegenüber schweres Unrecht begangen; seine Haltung ist durch keinerlei Ausflüchte und Beschönigungsversuche zu rechtfertigen.&#8220;</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">43</sup></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-16-um-22.40.31.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="300" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-16-um-22.40.31-300x300.jpg" alt="" class="wp-image-2378" style="width:auto;height:300px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-16-um-22.40.31-300x300.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-16-um-22.40.31-150x150.jpg 150w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-16-um-22.40.31.jpg 594w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Nachruf von Adolf Baronowitz für Siegmund Saul<sup class="modern-footnotes-footnote ">44</sup></figcaption></figure></div>


<p>Für Emma Saul wurde es jetzt noch schwerer. Zwar kümmerte sich ihre Tochter Johanna in Schivelbein um sie, doch die Inflation schritt weiter voran, und sie erhielt nur einen kleinen Teil des Einkommens ihres Mannes als Witwenpension. Ihre Kinder, die sie bisher nach Kräften finanziell unterstützt hatten, litten nun ebenfalls unter der katastrophalen Wirtschaftslage. Im Frühjahr 1923 floss von der Gemeinde überhaupt kein Geld mehr. Nun reichte es ihrem Sohn Felix Saul, der in Schweden lebte. Bekannt kämpferisch und mit besten Kontakten nach Schivelbein und zu den jüdischen Zeitungen in Deutschland, nahm er die Sache in die Hand. In Adolf Baronowitz, der bereits mit seinem Vater für eine bessere Lehrerbezahlung gekämpft hatte, fand er einen Verbündeten. Beide versuchten, den Synagogenvorstand umzustimmen, aber auf entsprechende Briefe erhielt Felix Saul nicht einmal eine Antwort. Also beschloss er, die Angelegenheit öffentlich zu machen. Er wandte sich an die Zeitung und bat die Öffentlichkeit, Schiedsrichter zu sein.<sup class="modern-footnotes-footnote ">45</sup> Ob er damit Erfolg hatte, ließ sich nicht ermitteln.</p>



<p>Emma Saul, geb. Horwitz starb am 30. November 1927 bei ihrer Tochter Eugenie in Berlin.<sup class="modern-footnotes-footnote ">46</sup> Ihr Grab befindet sich bis heute auf dem jüdischen Friedhof in Schivelbein.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7157.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="378" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7157-1024x378.jpg" alt="" class="wp-image-2385" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7157-1024x378.jpg 1024w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7157-300x111.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7157-768x283.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7157.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure></div>


<p class="has-text-align-center">Todesanzeige Emma Saul,<sup class="modern-footnotes-footnote ">47</sup> Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Schivelbein/Świdwin, mit bestem Dank an Beata Zbonikowska</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kinder</h2>



<p>Trotz aller finanziellen Schwierigkeiten &#8211; alle Kinder der Sauls hatten den gesellschaftlichen Aufstieg geschafft. Bis die Nationalsozialisten dem ein Ende setzten.</p>



<p class="has-text-align-center"><strong>Stammbaum der Familie Saul</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammbaum-Saul.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammbaum-Saul-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-2455" style="width:auto;height:500px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammbaum-Saul-1024x768.jpg 1024w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammbaum-Saul-300x225.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammbaum-Saul-768x576.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammbaum-Saul-1536x1152.jpg 1536w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammbaum-Saul.jpg 1874w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Eigene Graphik</figcaption></figure></div>


<h3 class="wp-block-heading">Eugenie</h3>



<p>Die älteste Tochter Eugenie heiratete 1908 Siegfried Bernstein.<sup class="modern-footnotes-footnote ">48</sup> Der gebürtige Schivelbeiner war als erfolgreicher Architekt in Berlin tätig, wo er ein eigenes &#8222;Büro für Architektur und Bauausführung&#8220; in Tempelhof betrieb.<sup class="modern-footnotes-footnote ">49</sup> Bekannt wurde er durch die Gestaltung zweier bedeutender Gebäude im brandenburgischen Bad Saarow &#8211; des Bahnhofs und des Moorbades, die er gemeinsam mit dem nicht-jüdischen Architekten Emil Kopp entwarf.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Bad_Saarow_asv2022-08_img19_Bf_Bad_Saarow-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Bad_Saarow_asv2022-08_img19_Bf_Bad_Saarow-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-2338" style="width:auto;height:300px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Bad_Saarow_asv2022-08_img19_Bf_Bad_Saarow-300x225.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Bad_Saarow_asv2022-08_img19_Bf_Bad_Saarow-1024x768.jpg 1024w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Bad_Saarow_asv2022-08_img19_Bf_Bad_Saarow-768x576.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Bad_Saarow_asv2022-08_img19_Bf_Bad_Saarow-1536x1152.jpg 1536w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Bad_Saarow_asv2022-08_img19_Bf_Bad_Saarow-2048x1536.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Bahnhof von Bad Saarow, erbaut von Siegfried Bernstein und Emil Kopp, von A.Savin &#8211; Eigenes Werk, FAL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=130205507</figcaption></figure></div>


<p>Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten endete die Karriere von Siegfried Bernstein rasch. Sein Antrag auf Mitgliedschaft in der Reichskammer der bildenden Künste wurde abgelehnt, was einem Berufsverbot gleichkam. Der ältesten Tochter, Renate Bernstein, gelang die Ausreise nach England. Verzweifelt versuchte die Familie, die zehnjährige Gisela zu Verwandten nach Schweden zu schicken, aber das schwedische Einwanderungskontingent war erschöpft<sup class="modern-footnotes-footnote ">50</sup> &#8211; Gisela musste in Berlin bleiben.</p>



<p>Die Ausraubung der Familie Bernstein ist in Vermögenserklärungen aus dem Dezember 1942 dokumentiert.<sup class="modern-footnotes-footnote ">51</sup> Der einst erfolgreiche Architekt, seine Frau Eugenie und Gisela lebten zusammen mit drei jüdischen Untermietern in einer Wohnung. Vermögen war keines mehr vorhanden, die Einrichtung beschränkte sich auf das Nötigste. Die 19-jährige Gisela wurde von den Nationalsozialisten gezwungen, als Gewindeschneiderin in den Goerz-Werken von Zeiss-Ikon in Zehlendorf zu arbeiten. Sie brachte wöchentlich 25 Mark nach Hause. Am 12. Januar 1943 wurden Eugenie, Siegfried und Gisela Bernstein nach Auschwitz deportiert. Wie lange sie dort überlebten, ist nicht bekannt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">52</sup></p>



<p>Den Anteil von Siegfried Bernstein an den von ihm mit Emil Kopp entworfenen Gebäuden wurde nach 1933 und auch lange nach 1945 verschwiegen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">53</sup> Noch heute wird Siegfried Bernstein nicht überall als Architekt der Gebäude in Bad Saarow genannt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">54</sup></p>



<h3 class="wp-block-heading">Sally</h3>



<p>Sally Saul war bereits viele Jahre als Kaufmann im Getreidehandel in Dresden tätig<sup class="modern-footnotes-footnote ">55</sup> als der Erste Weltkrieg ausbrach. Wie viele andere jüdische Männer zog auch er für Deutschland an die Front. Am 23. Februar 1915 geriet er in französische Kriegsgefangenschaft,<sup class="modern-footnotes-footnote ">56</sup> die mehr als vier Jahre dauern sollte. Im September 1919 war die Situation für ihn unerträglich geworden, der Krieg war jetzt fast ein Jahr vorbei und noch immer gab es keine Aussicht auf Freiheit. Gemeinsam mit seinem Bruder Georg, der im selben Lager in Nordfrankreich inhaftiert war, plante er die Flucht. Georg kam durch, doch Sally wurde gefasst und in Arrest genommen. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, es schnellstmöglich erneut zu versuchen. Diesmal war auch er erfolgreich. Drei Tage schlug er sich durch den Norden Frankreichs, bis er das rettende rechte Rheinufer erreichte.<sup class="modern-footnotes-footnote ">57</sup></p>



<p>Endlich zurück in Dresden, verschaffte ihm der Inhaber des Getreidehandels Rosenthal eine Arbeitsstelle als Prokurist. Nun war es an der Zeit, endlich eine Familie zu gründen. Am 18. Dezember 1920 heiratete Sally Saul in Dresden Elsa Margarethe Schneider, genannt Gretel.<sup class="modern-footnotes-footnote ">58</sup> Es schien, als könne jetzt eine glückliche Zukunft beginnen. Da traf es ihn wie einen Donnerschlag als kurz nach der Hochzeit Polizisten erschienen und ihn festnahmen. Der Firma, für die er erst seit vier Monaten tätig war, wurden Wucher und Kettenhandel vorgeworfen. Über ein halbes Jahr verbrachte Sally &#8211; gerade erst einer jahrelangen Inhaftierung entkommen &#8211; im Gefängnis. Es dauerte zweieinhalb Jahre, bis der Fall vor Gericht kam. In einem aufsehenerregenden Prozess, über den die Zeitungen ausführlich berichteten, beteuerten die Angeklagten, allesamt respektable Dresdener Bürger, ihre Unschuld.<sup class="modern-footnotes-footnote ">59</sup> Die Staatsanwaltschaft schien sich vollkommen verrannt zu haben und die Vorwürfe fielen in sich zusammen. Sally, mittlerweile 40 Jahre alt, wurde freigesprochen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">60</sup></p>



<p>Er setzte seine Tätigkeit als Getreidekaufmann fort, bis die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Sally Saul muss geahnt haben, dass ihm nur eine erneute Flucht das Leben retten würde. Über Dänemark gelang es ihm, mit seiner Frau Gretel nach Schweden zu fliehen, wo sein Bruder Felix lebte. Sally Saul starb 1947 63-jährig in Stockholm.<sup class="modern-footnotes-footnote ">61</sup> 2012 wurden in Dresden Stolpersteine für Sally und Gretel Saul verlegt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">62</sup></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Grabstein.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="669" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Grabstein.jpg" alt="" class="wp-image-2342" style="width:auto;height:400px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Grabstein.jpg 1000w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Grabstein-300x201.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/11/Grabstein-768x514.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Grab von Sally und Gretel Saul <br>Norra Begravningsplatsen, Stockholm</figcaption></figure></div>


<h3 class="wp-block-heading">Felix</h3>



<p>Felix Saul folgte zunächst dem Berufsweg seines Vaters. Von 1899 bis 1904 studierte er am jüdischen Lehrerseminar der Marks-Haindorf-Stiftung in Münster und war anschließend fünf Jahre lang als Kantor und Chordirektor der Synagoge Düsseldorf tätig.<sup class="modern-footnotes-footnote ">63</sup> Felix Saul hatte ein besonderes musikalisches Talent. Er besaß ein absolutes Gehör und seine Bettlektüre bestand häufig aus Partituren.<sup class="modern-footnotes-footnote ">64</sup></p>



<p>In Düsseldorf lernte er seine spätere Frau Margareta &#8222;Grete&#8220; Cohn kennen. Gemeinsam wagten sie 1909 einen großen Schritt: Felix hatte das Angebot bekommen, Oberkantor der jüdischen Gemeinde in Stockholm zu werden. Und er nahm es an. Unermüdlich stürzte er sich in die Arbeit &#8211; als Musikpädagoge, Chorleiter, Musiklehrer, Vortragsredner, Herausgeber und Redakteur, Autor und nicht zuletzt Vater von vier Kindern. Der Tag von Felix Saul schien 25 Stunden zu haben. &#8222;<em>Wie er das alles geschafft hat, ist ein Rätsel.&#8220;</em>, hieß es in seinem Nachruf.<sup class="modern-footnotes-footnote ">65</sup></p>



<p>Felix Saul wurde zu einer bekannten Persönlichkeit der Stockholmer Musikszene, hielt jedoch auch seiner Heimat die Treue. Er positionierte sich in zahlreichen Artikeln und Leserbriefen klar und kämpferisch &#8211; nicht nur zu musikalischen sondern auch zu politischen Themen. 1932 überwarf er sich mit der Synagogengemeinde und musste seine Position als Oberkantor aufgeben. Trotz seines langen Kampfes gegen diese Entlassung sollte er erst nach seinem Tod rehabilitiert werden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">66</sup> Dennoch machte er das Beste daraus und widmete sich fortan ganz seinem privaten Konservatorium.</p>



<p>&#8222;<em>Felix Saul gehört zu den Leuten, die andere gerne vor den Kopf stoßen. Was er davon hat ist, dass die Zahl seiner Anhänger allmählich wächst.&#8220;</em>, bemerkte ein Kommentator.<sup class="modern-footnotes-footnote ">67</sup> Kein Wunder also, dass gerade er die aus seiner Sicht ungerechte Bezahlung seines Vaters und die schlechte Versorgung seiner Mutter anprangerte. Doch dieses unermüdliche Engagement forderte seinen Preis &#8211; Felix Saul ließ sich auch von Herzproblemen nicht bremsen und starb im November 1942 im Alter von nur 58 Jahren in Stockholm.<sup class="modern-footnotes-footnote ">68</sup> Trotz aller Kampfeslust stellte sein Nachruf fest: &#8222;<em>Du hast Felix Saul nie verlassen, ohne etwas mitgenommen zu haben</em>.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">69</sup></p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Felix-ca-1905-1907-rotated.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="776" height="1024" data-id="2389" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Felix-ca-1905-1907-776x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2389" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Felix-ca-1905-1907-776x1024.jpg 776w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Felix-ca-1905-1907-227x300.jpg 227w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Felix-ca-1905-1907-768x1013.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Felix-ca-1905-1907-1164x1536.jpg 1164w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Felix-ca-1905-1907-rotated.jpg 1528w" sizes="auto, (max-width: 776px) 100vw, 776px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Felix-30-talet.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="700" height="950" data-id="2388" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Felix-30-talet.jpg" alt="" class="wp-image-2388" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Felix-30-talet.jpg 700w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Felix-30-talet-221x300.jpg 221w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /></a></figure>
</figure>



<p class="has-text-align-center">Felix Saul, mit bestem Dank an Marit Kihlman</p>



<h3 class="wp-block-heading">Johanna</h3>



<p>Johanna Saul verließ Schivelbein erst nach dem Tod ihrer Mutter Emma. Als sie 1927 den Kösliner Viehhändler Adolf Itzig heiratete, war sie bereits 42 Jahre alt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">70</sup> Gemeinsam mit ihrem Mann emigrierte sie später nach Buenos Aires, Argentinien. Johanna Itzig, geborene Saul, starb dort am 22. September 1968. Sie ist auf dem jüdischen Friedhof Cementerio Israelita de La Tablada in Buenos Aires beerdigt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">71</sup></p>



<h3 class="wp-block-heading">Georg</h3>



<p>Wie sein Bruder Sally wurde auch Georg Saul durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs aus seinem bisherigen Leben gerissen. Georg war als Textilkaufmann in Berlin tätig und hatte 1911 Martha Pfarr geheiratet, die zum Judentum übergetreten war.<sup class="modern-footnotes-footnote ">72</sup> </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Heirat-Saul_Pfarr-e1734868859388.jpg"><img decoding="async" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Heirat-Saul_Pfarr-300x161.jpg" alt="" class="wp-image-2429"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Berliner Tageblatt, 41. Jg. Nr. 50 vom 28.01.1912, S. 14</figcaption></figure></div>


<p>Doch dann musste Georg Saul an die Front. 1916 wurde ihm das Eiserne Kreuz verliehen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">73</sup> Einen Monat später wurde er als vermisst gemeldet. Die Erleichterung war groß, als kurz darauf die Nachricht eintraf: Georg lebt, aber er ist in Gefangenschaft geraten. Nach dem Krieg wurde er weiter in Frankreich festgehalten, bis er 192o gemeinsam mit seinem Bruder Sally aus dem Lager flüchtete.<sup class="modern-footnotes-footnote ">74</sup> Endlich zurück in Berlin stieg er wieder in den Textilhandel ein und brachte es bis zum Prokuristen der &#8222;Aktien-Gesellschaft für Wäschefabrikation&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">75</sup> Bis 1936 war er in dem jüdischen Unternehmen tätig, dann setzte die Arisierung der Firma seiner Karriere ein Ende. 1941 starb seine Frau Martha, die offizielle Todesursache lautete Krebs. Fünf Monate später wurde Georg Saul nach Lodz, in das Ghetto Litzmannstadt deportiert.<sup class="modern-footnotes-footnote ">76</sup> Zwangsarbeit, Hunger, Kälte und Tuberkulose &#8211; die Lebensbedingungen im Ghetto waren unmenschlich. In der Hölle fand Georg Saul nochmals die Liebe &#8211; er heiratete die 20 Jahre jüngere Gita Schreiber, wann genau, ist nicht bekannt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">77</sup> Im Mai 1942 wurden Georg und Gita in das Vernichtungslager Kulmhof deportiert. Georg Saul wurde dort am 9. Mai 1942 ermordet, seine Frau Gita einen Tag später.<sup class="modern-footnotes-footnote ">78</sup></p>



<h3 class="wp-block-heading">Friedrich</h3>



<p>Weder Lehrer noch Kaufmann wie seine Brüder &#8211; Friedrich Saul hatte andere Berufspläne. Er schlug die Beamtenlaufbahn bei der Schivelbeiner Post ein. Aber auch ihn erfassten die Ereignisse des Ersten Weltkriegs. 1915 wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.<sup class="modern-footnotes-footnote ">79</sup> Erst nach Kriegsende, Anfang der Zwanzigerjahre, als er bereits Mitte 30 war, konnte er an die Familiengründung denken. Friedrich ging dabei auf Nummer sicher &#8211; erst trat er dem Beamtenwohnungsverein in Münster/Westfalen bei, dann heiratete er seine Cousine Hedwig aus Levern. Das Paar bekam zwei Töchter, Ingeborg und Ruth, und führte ein ganz normales Leben in Münster. „<em>Die Familie war sehr korrekt und freundlich. Ingeborg wurde Inge genannt. Sie war etwas jünger als ich und zurückhaltend</em>.&#8220;, erinnerte sich eine Nachbarin.<sup class="modern-footnotes-footnote ">80</sup> Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten veränderte sich ihr Leben grundlegend. Friedrich Saul konnte zunächst noch Beamter bleiben &#8211; da ihm das &#8222;Frontkämpferprivileg&#8220; einen Aufschub bis Ende 1935 verschaffte. „<em>Den Vater habe ich noch in besonders guter Erinnerung. Er ging oft auf der Straße auf und ab mit seinem schwarzen Hut. Er war immer freundlich zu uns Kindern und grüßte jeden, der ihm entgegenkam, obschon nicht alle zurückgrüßten. Da er mehrmals am Tag spazieren ging, glaube ich, dass er damals keine Arbeit hatte.</em>“, erinnert sich eine andere Nachbarin.<sup class="modern-footnotes-footnote ">81</sup> Doch die gesellschaftliche Ausgrenzung nahm zu: Inge verließ das Gymnasium und bei den Spielen auf der Straße waren beide Töchter nicht mehr dabei. Anfang 1938 zog die Familie weg aus Münster. Nach einigen Wochen bei Verwandten reisten sie weiter nach Berlin und bezogen eine Wohnung in Grunewald, die sie bis zuletzt alleine bewohnen konnten. Eine gute Nachbarschaft, Ärzte, Regierungsräte, eine Beamtenwohnanlage. Friedrich und Tochter Inge mussten hart arbeiten, um der Familie diese letzte kleine Sicherheit bieten zu können. Sie hatten aber auch keine Wahl &#8211; sie waren Zwangsarbeiter geworden. Beide arbeiteten bei der Ferdinand Schuchardt Berliner Fernsprech- und Telegraphen AG. 38 Reichsmark brutto wöchentlich für Friedrich, 17,32 für Inge.<sup class="modern-footnotes-footnote ">82</sup></p>



<p>1942 war klar, dass ihr bisheriges Leben, das beschwerlich genug war, ein Ende haben würde. Am 18. März 1942 mussten sie eine Vermögenserklärung abgeben, in Vorbereitung auf die &#8222;Auswanderung&#8220;. Korrekter Beamter durch und durch gab Friedrich jede Mark, jedes Möbelstück akribisch an.<sup class="modern-footnotes-footnote ">83</sup> Hedwig und er hatten es sogar geschafft, in den Zeiten der großen Not geringe Rücklagen zu bilden. Doch bis auf den letzen Pfennig zog der Staat alles ein. Am 28. März 1942 wurde die Familie Saul von Berlin aus in das Lager Trawniki, etwa 40 km südöstlich von Lublin, deportiert und zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet.<sup class="modern-footnotes-footnote ">84</sup></p>



<p>In Münster wurden Stolpersteine für die Familie verlegt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">85</sup> Auch der Wohnungsverein Münster, in dem Friedrich Mitglied war, hat die Geschichte und das Schicksal der Familie recherchiert. <sup class="modern-footnotes-footnote ">86</sup></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7162.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="300" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7162-300x300.jpg" alt="" class="wp-image-2387" style="width:auto;height:400px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7162-300x300.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7162-150x150.jpg 150w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7162-768x768.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7162-600x600.jpg 600w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/IMG_7162.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Von GeorgDerReisende &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,&nbsp;<a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=148151076">https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=148151076</a></figcaption></figure></div>


<h3 class="wp-block-heading">Rosa</h3>



<p>Als sich Rosa Saul im Dezember 1913 mit Leo Lesser, dem Sohn eines Berliner Glasermeisters, verlobte, schien sie die Kleinstadt Schivelbein hinter sich gelassen zu haben, um in ein spannendes Großstadtleben zu starten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Verlobung-Saul-Lesser.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="79" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Verlobung-Saul-Lesser-300x79.jpg" alt="" class="wp-image-2356" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Verlobung-Saul-Lesser-300x79.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Verlobung-Saul-Lesser.jpg 615w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung Morgen-Ausgabe, 42. Jg. Nr. 654 vom 25.12.1913, S. 15</figcaption></figure></div>


<p class="has-text-align-left">Doch nur wenige Monate später brach der Erste Weltkrieg aus und Leo zog in die Schlacht. Er kehrte nicht mehr zurück. Am 17. August 1917 fiel er in der dritten Flandernschlacht in Nordfrankreich.<sup class="modern-footnotes-footnote ">87</sup> Rosa zog zurück nach Schivelbein und heiratete dort am 8. Mai 1921 den Kaufmann Siegfried Chraplewsky aus Belgard,<sup class="modern-footnotes-footnote ">88</sup> der in Berlin ein Krawattengeschäft unter dem Namen Krawatten-Chrap<sup class="modern-footnotes-footnote ">89</sup> führte. Rosa und Siegfried bekamen zwei Töchter, Ruth und Hella-Senta. Rosa war stolz auf ihre Töchter, so stolz, dass sie mit einem Photo von Hella-Senta am Wettbewerb &#8222;Das schöne jüdische Kind&#8220; teilnahm und eine vergoldete Taschenuhr gewann.<sup class="modern-footnotes-footnote ">90</sup> Das war 1930 und nur wenige Jahre später geriet das Leben der Familie aus den Fugen. All die Schikanen, die Juden ab 1933 ertragen mussten, trafen auch die Familie Chraplewsky. 1938 entschieden sie sich, die 16jährige Ruth nach Australien zu schicken, um wenigstens sie in Sicherheit zu bringen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">91</sup> 1942 starb Siegfried Chraplewsky im Alter von 50 Jahren an einem Herzschlag.<sup class="modern-footnotes-footnote ">92</sup> Hella-Senta musste Zwangsarbeit leisten, bei DeTeWe Deutsche Telefonwerke und Kabelindustrie, für 18 Reichsmark in der Woche.<sup class="modern-footnotes-footnote ">93</sup> Im Januar 1943 wurden Rosa und Hella-Senta nach Auschwitz deportiert.<sup class="modern-footnotes-footnote ">94</sup> Der genaue Zeitpunkt ihres Todes ist unbekannt.</p>



<p class="has-text-align-left">Nach dem Krieg wandte sich Ruth Chraplewsky, die mittlerweile in Brisbane lebte, an das Internationale Rote Kreuz, in der Hoffnung, dass ihre Mutter und ihre Schwester überlebt hatten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">95</sup> Als die verheerende Antwort 1948 in Australien eintraf, war Ruth bereits seit zwei Jahren tot. Ruth Chraplewsky starb am 5. Dezember 1946 im Alter von nur 24 Jahren in Brisbane.<sup class="modern-footnotes-footnote ">96</sup></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Ruth-Chraplewsky0.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="201" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Ruth-Chraplewsky0-300x201.jpg" alt="" class="wp-image-2352" style="width:auto;height:300px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Ruth-Chraplewsky0-300x201.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/12/Ruth-Chraplewsky0.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Grab von Ruth Chraplewsky, Toowong Cemetry, Brisbane</figcaption></figure></div>


<p>Die Nachfahren der Familie Saul leben heute in Schweden und Israel. Ich hoffe, ich konnte ihren Vorfahren mit dieser Darstellung gerecht werden. Mein herzlicher Dank gilt der Familie von Felix Saul in Schweden, insbesondere Anna Kerstin Anderson und Marit Kihlman für ihre wertvolle Unterstützung und die wunderbaren Photos. Ein besonderer Dank geht an Hans Peter Lindemann, der mich erst auf die Idee brachte, in Schweden zu recherchieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Literatur</h2>



<p>Andersson, Anna Kerstin: Musikpedagogen Felix Saul, Masterarbeit Königliche Musikhochschule Stockholm, Stockholm 2015</p>



<p>Fehrs, Jörg H.: &#8222;&#8212; fanden in unserem tristenreichen Pommern treffliche Äcker.&#8220; Zur Situation jüdischer Lehrer und Schülern in Pommern während des 19. Jahrhunderts in: &#8222;Halte fern dem ganzen Lande jedes Verderben&#8230;&#8220;, Geschichte und Kultur der Juden in Pommern, S. 315 ff., Hrsg. Heitmann, Schoeps, Hildesheim 1995</p>



<p>Brämer, Andreas: Leistung und Gegenleistung, Zur Geschichte jüdischer Religions- und Elementarlehrer in Preußen&nbsp;1823/24&nbsp;bis&nbsp;1872, Göttingen 2006</p>



<p>Büro des deutsch-israelitischen Gemeindebundes: Statistisches Jahrbuch 1894, Berlin 1894</p>



<p>Freund, Susanne: Jüdische Bildungsgeschichte zwischen Emanzipation und Ausgrenzung, Paderborn 1997</p>



<p>Holzman, Michael: Geschichte der Jüdischen Lehrer-Bildungsanstalt-Anstalt in Berlin, Berlin 1909</p>



<p>Sauer, Michael: Volksschullehrerbildung in Preußen, Frankfurt am Main 1987</p>



<p>Warhaftig, Myra: Deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933 &#8211; Das Lexikon, Berlin 2005</p>



<p>Wilhelmus, Wolfgang: Geschichte der Juden in Pommern</p>



<p>Wolff, Lion: Universal-Agende für jüdische Kultusbeamte, Berlin 1891 </p>



<p>Wuttke, Heinrich: Städtebuch des Landes Posen, Leipzig 1864</p>



<p></p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Levern, Heiraten 1880/16</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wuttke, Heinrich: Städtebuch des Landes Posen, S. 364</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/k-l/1213-lobsens-posen</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Freund, Susanne: Jüdische Bildungsgeschichte, S.149 </div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Brämer, Andreas: Leistung und Gegenleistung, S. 39</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Brämer, Andreas: Leistung und Gegenleistung, S.39 f.</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sauer, Michael: Volksschullehrerbildung in Preußen, S. 12 f.</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht der Regierung Stettin an den MGUMA vom November 1820, Behrs, Jörg H.: &#8222;&#8212; fanden in unserem tristenreichen Pommern treffliche Äcker.&#8220; Zur Situation jüdischer Lehrer und Schülern in Pommern während des 19. Jahrhunderts, S. 318</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die drei Preußischen Regulative „Über die Einrichtung des evangelischen Seminar-, Präparanden- und Elementarschulunterrichts“ oder nach ihrem Verfasser kurz „Stihlschen Regulative“.</div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Brämer, Andreas: Leistung und Gegenleistung, S. 157</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Brämer, Andreas: Leistung und Gegenleistung, S. 158, Behrs, Jörg H.: &#8222;&#8212; fanden in unserem tristenreichen Pommern treffliche Äcker.&#8220; Zur Situation jüdischer Lehrer und Schülern in Pommern während des 19. Jahrhunderts, S. 319</div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Brämer, Andreas: Leistung und Gegenleistung, S. 161</div><div>13&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Brämer, Andreas: Leistung und Gegenleistung, S. 163 f.</div><div>14&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Holzman, Michael: Geschichte der Jüdischen Lehrer-Bildungsanstalt-Anstalt in Berlin, S. 95</div><div>15&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Holzman, Michael: Geschichte der Jüdischen Lehrer-Bildungsanstalt in Berlin, S. 91</div><div>16&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Holzman, Michael: Geschichte der Jüdischen Lehrer-Bildungsanstalt in Berlin, S. 166</div><div>17&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Holzman, Michael: Geschichte der Jüdischen Lehrer-Bildungsanstalt in Berlin, Lehrplan S. 85 f.</div><div>18&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Freund, Susanne: Jüdische Bildungsgeschichte, S. 152</div><div>19&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Brämer, Andreas: Leistung und Gegenleistung, S. 236 ff.</div><div>20&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siegmund Sauls Frau Emma stammte aus Levern, in einer Stellenanzeige aus der Allgemeinen Zeitung des Judenthums vom 15.08.1876 empfiehlt der Lehrer Saul aus Dinslaken die Lehrerstelle in Levern</div><div>21&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Levern, Heiraten 1880/16</div><div>22&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Kosten, Geburten 1881/89</div><div>23&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jeschurun &#8211; Zeitschrift für die religiösen und sozialen Interessen des Judentums, Nr. 24 vom 16. Juni 1893, S. 382</div><div>24&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Berlin 9, Tote 1893/967</div><div>25&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://ahnenblog.globonauten.de/heymann-jacobus-und-die-krawalle-von-schivelbein/">https://</a><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/heymann-jacobus-und-die-krawalle-von-schivelbein/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ahnenblog.globonauten.de</a><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/heymann-jacobus-und-die-krawalle-von-schivelbein/">/heymann-jacobus-und-die-krawalle-von-schivelbein/</a></div><div>26&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;s. Wolff, Lion: Universal-Agende für jüdische Kultusbeamte</div><div>27&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden 1. Jg. Nr. 9 September 1905, S. 2</div><div>28&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Fehrs, Jörg H.: &#8222;&#8230;fanden in unserem tristenreichen Pommern treffliche Äcker.&#8220;, S. 335</div><div>29&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Leserbrief der Synagogengemeinde Schivelbein in: Blätter für Erziehung und Unterricht in Israelitisches Familienblatt 24. Jg. Nr. 49 vom 07.12.1922, S. 9</div><div>30&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Statistisches Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes 1894, S. 12</div><div>31&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blätter für Erziehung und Unterricht 32. Jg., Nr. 40 vom 24.12.1930 in Jüdische Bibliothek Nr. 271, S. 2167</div><div>32&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jeschurun Nr. 18 vom 18.12.1896, S. 82</div><div>33&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blätter für Erziehung und Unterricht 32. Jg., Nr. 40 vom 24.12.1930 in Jüdische Bibliothek Nr. 271, S. 2168</div><div>34&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://ahnenblog.globonauten.de/das-israelitische-erziehungsheim-in-repzin-und-die-familie-baronowitz/ ">https://</a><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/das-israelitische-erziehungsheim-in-repzin-und-die-familie-baronowitz/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ahnenblog.globonauten.de</a><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/das-israelitische-erziehungsheim-in-repzin-und-die-familie-baronowitz/ ">/das-israelitische-erziehungsheim-in-repzin-und-die-familie-baronowitz/ </a></div><div>35&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blätter für Erziehung und Unterricht 32. Jg., Nr. 40 vom 24.12.1930 in Jüdische Bibliothek Nr. 271, S. 2168</div><div>36&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Tod Walter Saul: Standesamt Berlin-Tempelhof, Tote 1916/328, Tod Julius Saul: Standesamt Polzin, Tote 1918/174</div><div>37&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blätter für Erziehung und Unterricht in: Israelitisches Familienblatt 24. Jg. Nr. 47 vom 23.11.1922, S. 9</div><div>38&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blätter für Erziehung und Unterricht in: Israelitisches Familienblatt 24. Jg. Nr. 47 vom 23.11.1922, S. 9</div><div>39&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Schivelbein, Tote 1922/144</div><div>40&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Berliner Tageblatt Morgen-Ausgabe, 51. Jg. Nr. 491 vom 29.10.1922, S. 10</div><div>41&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Central-Vereins-Zeitung 1. Jg. Nr. 27 vom 09.11.1922 S. 319</div><div>42&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blätter für Erziehung und Unterricht in: Israelitisches Familienblatt 24. Jg. Nr. 47 vom 23.11.1922, S. 9</div><div>43&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blätter für Erziehung und Unterricht in Israelitisches Familienblatt 24. Jg. Nr. 49 vom 07.12.1922, S. 9</div><div>44&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Blätter für Erziehung und Unterricht in Israelitisches Familienblatt 24. Jg. Nr. 46 vom 16.11.1922, S. 9</div><div>45&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Israelitisches Familienblatt 26. Jg. Nr. 44 vom 30.10.1924, S. 15</div><div>46&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Tempelhof, Tote 1927/230</div><div>47&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Berliner Tageblatt 56. Jg. Nr. 569 vom 02.12.1927, S. 10</div><div>48&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Schivelbein, Heiraten 1908/032</div><div>49&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Warhaftig, Myra: Deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933, S. 67 f</div><div>50&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Auskunft der Familie von Felix Saul</div><div>51&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&amp;tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fblha-digi.brandenburg.de%2Frest%2Fdfg%2Fxml%2FIIgVUoLbkpDAkUAQ&amp;tx_dlf%5Bpage%5D=1&amp;tx_dlf%5Bpagegrid%5D=1&amp;cHash=04cfb091f7ab09dabb8b6bebf4af547f" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Brandenburgisches Landeshauptarchiv 36A (II) 2995</a> </div><div>52&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212106" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212106</a></div><div>53&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Mit bestem Dank an Burkhard Voigt für die Richtigstellung. Anders als in Warhaftig, Myra: Deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933, S. 67 f. dargestellt, konnte Emil Kopp nicht dafür gesorgt haben, dass der Name von Siegfried Bernstein nach 1933 keine Erwähnung gefunden hat, da er bereits 1928 starb. Es ist jedoch festzustellen, dass Siegfried Bernstein über lange Zeit und teilweise noch heute nicht als Architekt des Bahnhofs angegeben wird.   </div><div>54&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Saarow" target="_blank" rel="noreferrer noopener">z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Saarow</a></div><div>55&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bestellung zum Prokurist der Firma Samuel Rosenthal, Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger, Zentralhandeslregister für das Deutsche Reich, Nr. 78 A vom 01.04.1914</div><div>56&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Deutsche Verlustliste, 395. Ausgabe, Preußische Verlustliste Nr. 170 vom 10.03.1915, S. 117</div><div>57&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Gemeindebote 84. Jg. Nr. 5 vom 30.01.1920, S. 3</div><div>58&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Dresden I, Heiraten 1920/1822 </div><div>59&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Leipziger Tageblatt 117. Jg. Nr. 100 vom 28.04.1923, S.4</div><div>60&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Berliner Tageblatt 52. Jg. Nr. 205 vom 03.05.1923</div><div>61&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sterberegister Stockholm, Brännkyrka 1947</div><div>62&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://stolpersteine-guide.de/map/biografie/1208/familie-saul">https://stolpersteine-guide.de/map/biografie/1208/familie-saul</a></div><div>63&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Saul">https://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Saul</a></div><div>64&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Andersson, Anna Kerstin: Musikpedagogen Felix Saul, S. 3</div><div>65&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Andersson, Anna Kerstin: Musikpedagogen Felix Saul, S. 13</div><div>66&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Auskunft der Familie</div><div>67&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Andersson, Anna Kerstin: Musikpedagogen Felix Saul, S. 12 f.</div><div>68&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Schweden, indizierte Sterberegister Stockholm, 1942</div><div>69&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Andersson, Anna Kerstin: Musikpedagogen Felix Saul, S. 13</div><div>70&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Schivelbein Heiraten 53/1927</div><div>71&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;JewishGen Online Worldwide Burial Registry &#8211; Argentina</div><div>72&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Berlin VIII, Heiraten 1911/1297 </div><div>73&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Israelitisches Familienblatt 18. Jg. Nr. 26 vom 29.06.1916, S. 4</div><div>74&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Gemeindebote 84. Jg. Nr. 5 vom 30.01.1920, S. 3</div><div>75&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Julius Mossner: Adreßbuch der Direktoren und Aufsichtsräte, Band I, Berlin 1936, S. 457 </div><div>76&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11255690" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Unterlagen der Arolsen Archives</a></div><div>77&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;JewishGen: Last Letters from the Lodz Ghetto, Brief vom 01.05.1942</div><div>78&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1149537">Gedenkbuch </a><a href="https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1149537" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bundesarchiv</a></div><div>79&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Berliner Tageblatt, 44. Jg. Nr. 314 vom 22.06.1915, S. 6</div><div>80&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://muenstertube.wordpress.com/2023/07/05/stolpersteine-gegen-das-vergessen-gedenken-in-munster-an-die-opfer-des-nationalsozialismus-friedrich-saul/">https://muenstertube.wordpress.com/2023/07/05/stolpersteine-gegen-das-vergessen-gedenken-in-munster-an-die-opfer-des-nationalsozialismus-friedrich-saul/</a></div><div>81&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://muenstertube.wordpress.com/2023/07/05/stolpersteine-gegen-das-vergessen-gedenken-in-munster-an-die-opfer-des-nationalsozialismus-friedrich-saul/">https://muenstertube.wordpress.com/2023/07/05/stolpersteine-gegen-das-vergessen-gedenken-in-munster-an-die-opfer-des-nationalsozialismus-friedrich-saul/</a></div><div>82&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://blha-digi.brandenburg.de/rest/dfg/dAQFAFkLhYyKzoHI" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Potsdam, Signatur 36A (II) 33311</a></div><div>83&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://blha-digi.brandenburg.de/rest/dfg/dAQFAFkLhYyKzoHI">Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Potsdam, Signatur 36A (II) 33311</a></div><div>84&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11255689">Unterlagen der Arolsen Archives</a></div><div>85&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://stolpersteine.wdr.de/web/de/stolperstein/16094">https://stolpersteine.wdr.de/web/de/stolperstein/16094</a></div><div>86&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Mitteilungsblatt &#8222;Aktuell&#8220; des Wohnungsverein Münster, Juni 2006, S. 2f.</div><div>87&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Berlin VIII, Tote 1918/377</div><div>88&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Schivelbein, Heiraten 1921/26</div><div>89&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Erste Zentralhandelsregisterbeilage zum Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger Nr. 78 vom 02.04.1931 S. 15</div><div>90&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Israelitisches Familienblatt 32. Jg. Nr. 50 vom 11.12.1930, S. 14</div><div>91&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;The Telegraph, Brisbane, 23.05.1944, S. 6: Ruth Chraplewsky, of German (refugee Jew) nationality, born at Berlin &amp; resident 6 years in Australia (&#8230;)</div><div>92&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Berlin-Mitte, Tote 1942/3659</div><div>93&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vermögenserklärung Chraplewsky, Rosa, Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Potsdam, 36A (II) 5818, S. 26</div><div>94&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Transportliste Welle 40, 26. Osttransport 12.01.1943</div><div>95&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Such- und Bescheinigungsvorgang Nr. 95.579, Signatur 06030302.0.095.579 von Arolsen Archives</div><div>96&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Brisbane Hospital deaths 1933-1963, Queensland State Archives, Item ID ITM298297</div><p>Der Beitrag <a href="https://ahnenblog.globonauten.de/der-kultusbeamte-von-schivelbein/">Der Kultusbeamte von Schivelbein</a> erschien zuerst auf <a href="https://ahnenblog.globonauten.de">Ahnenblog</a>.</p>
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