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	<title>Jacobus Archive - Ahnenblog</title>
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	<description>Geschichten, Tipps und Tricks aus meiner Ahnenforschung</description>
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		<title>Heymann Jacobus und die Krawalle von Schivelbein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Aug 2024 08:16:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jüdische Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ortsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>1881 kam es zu schweren Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung von Schivelbein. Besonders getroffen wurde der Likörhändler Jacobus.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ahnenblog.globonauten.de/heymann-jacobus-und-die-krawalle-von-schivelbein/">Heymann Jacobus und die Krawalle von Schivelbein</a> erschien zuerst auf <a href="https://ahnenblog.globonauten.de">Ahnenblog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wortlos stieg Heymann Jacobus im Halbdunkel über die Reste dessen, was vor ein paar Tagen sein ganzer Stolz gewesen war. Durch die hastig angenagelten Bretter vor den Fenstern, die die zersplitterten Scheiben ersetzten, drang nur wenig Licht in das Ladengeschäft am Schivelbeiner Marktplatz. Scherben, geborstenes Holz, verrußte Wände, Pfützen auf dem Boden und über allem der Gestank von Spiritus. Hier war nichts mehr zu retten, die gesamte Inneneinrichtung war demoliert. Beide Ladenkassen waren erbrochen, der Inhalt geraubt<sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup> und sämtliche Waren aus den vormals gut gefüllten Regalen verschwunden. Alle Spirituosen, an die 5000 Zigarren, bestimmt 30 Zuckerhüte, nichts war mehr übrig.<sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup> Was die Randalierer nicht direkt aus dem Laden gestohlen hatten, war auf dem Marktplatz gelandet, wo sich die Pöbelweiber bedient hatten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">3</sup> Nach über 20 Jahren würde er ganz von vorne anfangen müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Familie Jacobus</h2>



<p>Ephraim Jacobus und seine Frau Philippine, genannt Pine, waren Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Kreis Deutsch Krone nach Schivelbein gekommen. Ephraim Jacobus war ein gelehrter Mann, er hatte die &#8222;hohe jüdische Schule zu Dt. Friedland&#8220; besucht, wo ihn sein Vater Jacob Lenschütz unterrichtete. Ephraim und Pine hatten zehn Kinder und gute Bildung für seinen Nachwuchs war Ephraim wichtig.<sup class="modern-footnotes-footnote ">4</sup> Pines Wunsch war es, &#8222;ihre Kinder wohlerzogen in die Welt zu stellen.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">5</sup> Aber die Zeiten waren schwer, Ephraim Jacobus musste wirtschaftliche Rückschläge einstecken und irgendwann blieb nur noch der &#8222;Hausierhandel zu Fuß&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">6</sup><span style="caret-color: rgb(0, 0, 0); color: rgb(0, 0, 0); font-family: -webkit-standard; font-size: medium; white-space: normal;"></span></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Ephraim-Jacobus-gross.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="754" height="1024" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Ephraim-Jacobus-gross.jpg" alt="" class="wp-image-2245" style="width:auto;height:400px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Ephraim-Jacobus-gross.jpg 754w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Ephraim-Jacobus-gross-221x300.jpg 221w" sizes="(max-width: 754px) 100vw, 754px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Ephraim Jacobus, mit freundlicher Genehmigung des Leo Baeck Institute</figcaption></figure></div></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Pine-Jacobus.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img decoding="async" width="640" height="944" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Pine-Jacobus.jpg" alt="" class="wp-image-2249" style="width:auto;height:403px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Pine-Jacobus.jpg 640w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Pine-Jacobus-203x300.jpg 203w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Pine Jacobus, mit freundlicher Genehmigung des Leo Baeck Institute</figcaption></figure></div></div>
</div>



<p>Heymann Ephraim Jacobus war das siebte Kind von Ephraim und Pine. Er wurde 1827 in Schivelbein geboren und besuchte dort sowohl die deutsche als auch die jüdische Schule. Beruflich in die Fußstapfen des Vaters treten konnte er nicht &#8211; seine zwei älteren Brüder Salomon und Bentheim waren bereits Hausierer geworden. Das jüdische Zeremonialgesetz, wonach Juden am Schabat nicht arbeiten dürfen, machte es ihm schwer, im kleinen Schivelbein mit einer geringen Anzahl von jüdischen Betrieben eine Ausbildungsstelle zu finden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">7</sup> In Greifenberg wurde er schließlich fündig und keine zehn Jahre später war er dort Eigentümer eines &#8222;Tuch- und Modewaaren-Geschäfts&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">8</sup> Jetzt war die Zeit gekommen, eine Familie zu gründen. Mit Henriette Meyer fand er die richtige Frau und die ersten beiden Kinder des Paars, Emil und Ernestine, kamen in Greifenberg zur Welt. Doch 1860 zog es ihn zurück nach Schivelbein, aus familiären Gründen. Sein Vater Ephraim war gestorben, vielleicht wollte er sich um seine Mutter Pine kümmern, vielleicht war es einfach nur an der Zeit, wieder in die Heimat zurückzukehren. Also verkaufte er seinen Laden in Greifenberg, stieg aus der Textilbranche aus und probierte etwas Neues: ein Destillations-Geschäft sollte es künftig sein. Am 8. Juni 1860 kaufte er das Wohn- und Geschäftshaus am Schivelbeiner Markt 14<sup class="modern-footnotes-footnote ">9</sup> und eröffnete seinen neuen Laden.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Geschaeftsverkauf-klein.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img decoding="async" width="1024" height="624" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Geschaeftsverkauf-klein-1024x624.jpg" alt="" class="wp-image-2244" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Geschaeftsverkauf-klein-1024x624.jpg 1024w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Geschaeftsverkauf-klein-300x183.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Geschaeftsverkauf-klein-768x468.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Geschaeftsverkauf-klein.jpg 1096w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Allgemeine Zeitung des Judenthums, 24. Jg. Nr. 6 vom 07.02.1860, S. 92</figcaption></figure>
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<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Stellenanzeige-03_1865.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="518" height="104" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Stellenanzeige-03_1865.jpg" alt="" class="wp-image-2248" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Stellenanzeige-03_1865.jpg 518w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Stellenanzeige-03_1865-300x60.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 518px) 100vw, 518px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Allgemeine Zeitung des Judentums, 29. Jg. Nr. 11 vom 14.03.1865, S. 172</figcaption></figure>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Warenzeichen.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="734" height="308" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Warenzeichen.jpg" alt="" class="wp-image-2273" style="width:310px;height:auto" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Warenzeichen.jpg 734w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Warenzeichen-300x126.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 734px) 100vw, 734px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Quelle<sup class="modern-footnotes-footnote ">10</sup></figcaption></figure></div></div>
</div>



<p>In Destillationsgeschäften wurden im 19. Jahrhundert nicht nur Hochprozentiges verkauft, sondern auch Liköre und Branntwein hergestellt und ausgeschenkt. Viele dieser Destillationsgeschäfte wurden von Juden betrieben.<sup class="modern-footnotes-footnote ">11</sup> Für Heymann Jacobus bedeutete der Laden am Schivelbeiner Marktplatz einen bescheidenen Wohlstand, der seine wachsende Familie ernähren konnte. Drei weitere Kinder kamen in Schivelbein auf die Welt. Doch nur zwei Wochen nach der Geburt ihrer jüngsten Tochter starb die Mutter im Mai 1866.<sup class="modern-footnotes-footnote ">12</sup> Die Tochter, die ihren Namen trug, Henriette. Auf dem jüdischen Friedhof in Schivelbein wurde Heymann Jacobus&#8216; Frau zu Grabe getragen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/image.php-2.jpeg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="700" height="466" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/image.php-2.jpeg" alt="" class="wp-image-2253" style="width:auto;height:350px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/image.php-2.jpeg 700w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/image.php-2-300x200.jpeg 300w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Grab von Henriette Jacobus geb. Meyer auf dem jüdischen Friedhof in Schivelbein, mit freundlicher Genehmigung des Center for Jewish Art, Bezalel Narkiss Index of Jewish Art, (<a href="https://cja.huji.ac.il/browser.php?mode=alone&amp;id=553908">https://cja.huji.ac.il/browser.php?mode=alone&amp;id=553908</a>)</figcaption></figure></div>


<p>Heymann Jacobus heiratete erneut, Johanna Hesse aus Bosatz in Schlesien. Mit Ende 40 wurde er dann noch zweimal Vater. Als ihm seine Nachbarn das Geschäft kurz und klein schlugen war Heymann Ephraim Jacobus 54 Jahre alt und Vater von sieben Kindern.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Stammbaum-Jacobus.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="793" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Stammbaum-Jacobus-1024x793.jpg" alt="" class="wp-image-2271" style="width:auto;height:600px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Stammbaum-Jacobus-1024x793.jpg 1024w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Stammbaum-Jacobus-300x232.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Stammbaum-Jacobus-768x595.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Stammbaum-Jacobus-1536x1190.jpg 1536w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Stammbaum-Jacobus.jpg 2004w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">eigene Graphik</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Krawalle</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Der Neustettiner Synagogenbrand und Ernst Henrici</h3>



<p>Um 1880 entwickelte sich im deutschen Kaiserreich das, was schnell als Radau-Antisemitismus bezeichnet wurde.<sup class="modern-footnotes-footnote ">13</sup> Einer der Ideengeber und Agitatoren war der Berliner Gymnasiallehrer Ernst Henrici, der ganz offen zur Gewalt gegen Juden aufrief. Und das erfolgreich, denn immer wieder kam es im Anschluss an seine Reden zu antisemitischen Gewalttätigkeiten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">14</sup> Wegen seines radikalen Antisemitismus wurde Henrici am 4. Januar 1881 aus dem Schuldienst entlassen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">15</sup> Das verschaffte ihm Zeit und Gelegenheit, auch außerhalb Berlins zu zündeln. &#8222;Der bekannte Dr. Henrici hat sich jetzt Hinterpommern als neues Probierfeld für seine antisemitistischen Salbadereien ausersehen. Mitte dieses Monats wird derselbe hier und in anderen Orten Hinterpommerns Agitationsvorträge gegen die Juden halten&#8220;, kündigte die Israelitische Wochenschrift am 9. Februar 1881 die erste Pommernreise Henricis an.<sup class="modern-footnotes-footnote ">16</sup> Zu Sätzen wie &#8222;Der Jude ist nicht zur produktiven Arbeit sondern ausschließlich zum Schacher geneigt. Das größte Unglück ist aber die verjudete Presse&#8220;, erntete er am 13. Februar 1881 in Neustettin stürmisches, nicht enden wollendes Bravo und ein dreimaliges Hoch auf den Redner.<sup class="modern-footnotes-footnote ">17</sup> Am 18. Februar 1881 brannte die Synagoge von Neustettin.</p>



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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Ernst_Henrici_by_Adolf_Halwas_Ausschn.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="584" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Ernst_Henrici_by_Adolf_Halwas_Ausschn.jpg" alt="" class="wp-image-2260" style="width:auto;height:300px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Ernst_Henrici_by_Adolf_Halwas_Ausschn.jpg 400w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/07/Ernst_Henrici_by_Adolf_Halwas_Ausschn-205x300.jpg 205w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a></figure></div></div>



<div class="wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p><em>Carl Ernst Julius Henrici </em><br><em>* 10.12.1854 in Berlin</em><br><em>† 10.07.1915 in Döbeln <br>Einst hoffnungsvoller Sprachwissenschaftler und Lehrer radikalisierte er sich und scheiterte dann als Politiker, Kolonialabenteurer und Wissenschaftler.</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">18</sup></p>
</div>
</div>



<p>Die Anschuldigungen flogen hin und her, das Werk von Antisemiten, Henricis Saat sei aufgegangen, das schien vielen auf der Hand zu liegen. Nein, das waren die Juden selber, um die Versicherungssumme zu kassieren, schimpften andere. Die Ermittlungen kamen nicht voran, dafür heizte sich die Stimmung weiter auf. &#8222;Die Aufregung im Pommernland wurde immer größer&#8220;,<sup class="modern-footnotes-footnote ">19</sup> feixte Henrici und tat alles dafür, die Funken weiter am Glimmen zu halten. Ende Juni reiste er ein zweites Mal nach Pommern und sprach unter anderem in Bärwalde, Neustettin, Pielburg, Ratzebuhr, Bublitz, Polzin, Köslin und Hammerstein.<sup class="modern-footnotes-footnote ">20</sup> Und sein Plan ging auf. Am 7. August 1881 berichteten die Zeitungen: &#8222;Aus Pommern bringen die Provinzialblätter von allen Seiten Nachrichten über antisemitische Ausschreitungen. In Bublitz wurden am 31. Juli zwölf der Haupttumultuanten arretiert. In Schivelbein nahm die Polizei am 30. Juli mehrere Verhaftungen vor.&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">21</sup> Den Schivelbeiner Juden stand jedoch noch Schlimmeres bevor.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Schivelbeiner Excesse</h3>



<p>Schon seit Tagen rumorte es in der Stadt. Die Geschehnisse in Neustettin hatten auch in Schivelbein eine Lunte entzündet. Es waren zunächst nur unbedeutende Auflaufe gewesen,<sup class="modern-footnotes-footnote ">22</sup> aber etwas lag in der Luft. So spürbar, dass sich die Polizeiverwaltung am Samstag, den 6. August 1881 entschloss, eine Warnung zu erlassen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">23</sup> Am nächsten Tag schien dies zunächst vergessen, die Schivelbeinerinnen und Schivelbeiner zog es an diesem Sonntag vor die Tore der Stadt, wo bei mildem Sommerwetter ein Jahrmarkt Karussells und Buden aufgebaut hatte.<sup class="modern-footnotes-footnote ">24</sup> Die Stimmung war ausgelassen, die Menschen amüsierten sich und prosteten sich mit reichlich Bier zu. Der Alkohol zeigte bald seine Wirkung, die Atmosphäre heizte sich auf und schwappte vom Festplatz in die Stadt hinüber. Dort auf dem Markplatz brodelte es, die Stimmung der letzten Tage, der Alkohol, alles kam zusammen. Und dann griff ein betrunkener Ziegler nach seinen Rockschößen und tanzte um den Kandelaber, die Straßenlaterne mitten auf dem Platz. &#8222;Hepp, Hepp&#8220;, schrie er und die Menge grölte.<sup class="modern-footnotes-footnote ">25</sup> Jetzt reichte es den Gendarmen, sie bahnten sich den Weg durch die vielen Menschen und griffen sich den Ziegler. Unter Gejohle und Protest der Masse schoben ihn die Polizisten durch die Straßen Richtung Rathaus, um ihn dort in einem der Arrestlokale festzusetzen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/326731651_1792626004470919_3327424269368962091_n.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="885" height="489" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/326731651_1792626004470919_3327424269368962091_n.jpg" alt="" class="wp-image-2293" style="width:auto;height:400px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/326731651_1792626004470919_3327424269368962091_n.jpg 885w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/326731651_1792626004470919_3327424269368962091_n-300x166.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/326731651_1792626004470919_3327424269368962091_n-768x424.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 885px) 100vw, 885px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Schivelbeiner Marktplatz um 1830, in der Mitte der Kandelaber</figcaption></figure></div>


<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-ad2f72ca wp-block-group-is-layout-flex">
<p>Die jüdischen Kaufleute und Handwerker der Stadt waren auf den Marktplatz geeilt. Samuel Salinger, Max Gutmann, Lewin Mannheim und viele andere steckten sorgenvoll die Köpfe zusammen. &#8222;Hepp, Hepp,&#8220;, seit Jahrzehnten rief man dies den Juden hinterher und nie in freundlicher Absicht. Rabbiner Rackwitz versuchte, die besorgten Menschen zu beruhigen, &#8222;in unserem gemüthlichen Städtchen herrschte stets Friede und Eintracht zwischen Juden und Christen.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">26</sup> Alarmiert durch das, was Tage zuvor in Neustettin passiert war, beschlossen die Männer, ihre Läden zu schützen. &#8222;Jacobus, sichere Dein Geschäft&#8220;, riefen sie ihm zu, aber Heymann schüttelte den Kopf: &#8222;Ich habe immer in gutem Einvernehmen mit meinen Mitbürgern gelebt&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">27</sup> Die Männer um ihn herum lächelten &#8211; Heymann Jacobus, ein Mann, der keinem Kind etwas zu Leide tut,<sup class="modern-footnotes-footnote ">28</sup> das wusste man in Schivelbein.</p>
</div>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/457389224_3420403934770890_2918915492665977212_n-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-2321" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/457389224_3420403934770890_2918915492665977212_n-1024x576.jpg 1024w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/457389224_3420403934770890_2918915492665977212_n-300x169.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/457389224_3420403934770890_2918915492665977212_n-768x432.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/457389224_3420403934770890_2918915492665977212_n-1536x863.jpg 1536w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/457389224_3420403934770890_2918915492665977212_n-800x450.jpg 800w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/457389224_3420403934770890_2918915492665977212_n.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Geschäft von Heymann Jacobus, mit bestem Dank an Rafał Iwanicki </figcaption></figure>



<p>Die Gendarmen mit dem Ziegler, die johlende Menge im Schlepptau, waren zwischenzeitlich am Rathaus angekommen. Mit der Inhaftierung des Unruhestifters müsste die Lage doch wieder unter Kontrolle zu bekommen sein. Aber der alkoholisierte Haufen war außer Rand und Band. Steine wurden geworfen, auf das Gebäude und auf die Gendarmen. Die Scheiben des Rathauses gingen zu Bruch, Polizisten wurden getroffen. Dann prügelten die Randalierer auf die Ordnungshüter ein, bis die sich zurückzogen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">29</sup> Auch Bürgermeister Hermann Kosse musste sich schließlich beugen &#8211; er gab den Gefangenen frei.<sup class="modern-footnotes-footnote ">30</sup></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/10838837.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="380" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/10838837.jpg" alt="" class="wp-image-2297" style="width:auto;height:400px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/10838837.jpg 580w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/10838837-300x197.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Das Schivelbeiner Rathaus</figcaption></figure></div>


<p>Die Menge war jetzt auf über tausend Personen angewachsen<sup class="modern-footnotes-footnote ">31</sup> und wie elektrisiert &#8211; Recht und Gesetz waren bezwungen, jetzt sollte es den Juden an den Kragen gehen. Grölend zog man zurück zum Marktplatz. Die Geschäfte der Israeliten waren das Ziel. &#8222;Die Läden und Jalousien wurden mit Brechstangen und Aexten zertrümmert: die Bewohner flüchteten sich auf die Böden oder zu christlichen Nachbarn. Die Menge drang in die Häuser ein, und zertrümmerte alles, was nicht niet- und nagelfest war.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">32</sup> Die Waren wurden auf den Marktplatz geschmissen, wo sie &#8222;zerstört, gestohlen oder in die Rega geworfen&#8220; wurden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">33</sup> &#8222;Die Weiber, welche den Tumultuanten folgten, zerschlugen noch, was die ersteren verschont hatten und stahlen furchtbar.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">34</sup> Im Laden von Heymann Jacobus &#8222;rannen die Schnapsvorräthe in die Kehlen der Plünderer hinab: die Furie war entfacht, die Raserei hatte ihren Höhepunkt erreicht.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">35</sup> &#8222;Bei H.E. Jacobus hat der Pöbel am meisten gewüthet, es wurden alle Schnapsfässer auf den Markt geworfen, sowie Flaschen mit Liqueren und andere Materialien.&#8220; <sup class="modern-footnotes-footnote ">36</sup> &#8222;Brennende Streichhölzer wurden in die mit Spirituosen gefüllten Fässer geschleudert, und nur durch das rasche Einschreiten einiger Besonnenen wurde das Feuer im Entstehen gelöscht und entsetzliches Unglück verhütet.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">37</sup></p>



<p>Nachdem in den jüdischen Geschäften am Marktplatz gewütet worden war, zog die Menge weiter in eine der Querstraßen. Im Wohnhaus der Brüder Samuel und Itzig Samuel wurde alles demoliert und zum Fenster hinausgeworfen, Spinde, Kommode, Tische, Stühle, Betten, Wäsche u.s.w., dann wurde der Torweg erbrochen, das Pferd weggeführt und der Wagen in die Rega geschoben. Es blieb in den Stuben nichts weiter als die vier Wände, nur das eiserne Spind trotzte dem Pöbel. Die Brüder versteckten sich, aber die Randalierer fanden den 64jährigen Samuel Samuel und schlugen ihm die Zähne ein. Sein Bruder Itzig wurde am nächsten Morgen völlig verängstigt im Keller gefunden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">38</sup> Mehr als vier Stunden wütete der Mob in der Stadt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">39</sup> Die Polizei musste hilflos zusehen &#8211; diesem Ausmaß von Gewalt war sie nicht gewachsen. Dann endlich ein Trompetensignal &#8211; der Schivelbeiner Kriegerverein hatte Alarm geschlagen. Die Mitglieder rückten mit aufgepflanzten Bajonetten an und konnten endlich wieder Ruhe in der Stadt schaffen. 21 Randalierer wurden festgenommen.</p>



<p>Am Tag nach den Krawallen stand die Stadt unter Schock &#8211; der Marktplatz ein Trümmerfeld, die jüdischen Geschäfte geplündert, Wachen der Schützengilde und des Kriegervereins auf Patrouille in der Stadt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">40</sup> Die Arrestlokale quollen über, die festgenommenen Randalierer waren allesamt Schivelbeiner Bürger. &#8222;Die Aufregung in Schivelbein war nach wie vor kolossal und besonders der Jammer der Frauen ergreifend.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">41</sup> Und es ging das Gerücht, dass &#8222;die Weiber der eingesperrten Excedenten die Stadt in Brand stecken würden&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">42</sup> Schließlich eilte Bürgermeister Kosse nach Köslin zur königlichen Regierung &#8211; er brauchte Hilfe, ein zweites Mal wollte er keine Gefangenenbefreiung riskieren. Am Freitag, den 12. August 1881 bot sich den Schivelbeiner Bürgerinnen und Bürgern ein abschreckendes Bild &#8211; 50 Kösliner Soldaten mit geladenen Gewehren, einschließlich Tambour und Pfeifer, trieben die gefesselten und mit Stricken aneinander gebundenen Gefangenen zum Zug nach Köslin, wo sie im Geschwindschritt dem Gefängnis entgegengeführt wurden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">43</sup><br><br>28 Angeklagte, darunter vier Frauen, mussten sich im November 1881 vor dem Kösliner Gericht wegen Aufruhr, Landfriedensbruch und Plünderei verantworten. Über den Prozess wurde im ganzen deutschen Reich detailliert berichtet.<sup class="modern-footnotes-footnote ">44</sup> Am Ende verurteilte das Gericht 22 Schivelbeiner Bürgerinnen und Bürger.<sup class="modern-footnotes-footnote ">45</sup> Bei 21 von ihnen wurden mildernde Umstände angenommen und nur kurze Gefängnisstrafen verhängt. Einen Rädelsführer hatte man nicht ausfindig machen können. Vielleicht hatte man sich aber auch nicht sonderlich angestrengt.</p>



<p>Antreten mussten die Randalierer ihre Strafen nicht sofort. &#8222;Als die Verurtheilten, die ein Vierteljahr in Untersuchungshaft gesessen hatten, nach ihrer Heimath Schievelbein zurückkehrten, weil sie vorläufig aus der Haft entlassen worden waren, wurden sie am Bahnhofe von ihren Angehörigen und einer großen Menschenmenge erwartet. Es kam zu erregten Scenen; die Menge brach in wiederholte Hochs aus, als die Inhaftiertgewesenen ausstiegen.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">46</sup></p>



<p>Die Krawalle hatten auch für die Stadtkasse Folgen. In Schivelbein war ein Schaden von 150.000 Mark entstanden<sup class="modern-footnotes-footnote ">47</sup> und nach den Vorschriften des Preußischen Krawallschadensgesetzes musste den die Stadt regulieren. Nachdem der vermögende Rentier Brewing freigesprochen worden war, schwand die Hoffnung, die Verursacher in Regress nehmen zu können. &#8222;Bittere Klagen kamen aus den Städten Pommerns, in denen die Judenkrawalle stattgefunden hatten, wegen der den Stadtbehörden zufallenden Entschädigungslast.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">48</sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie konnte es so weit kommen?</h2>



<p>Judenfeindliche Krawalle gab es im Sommer 1881 nicht nur in Neustettin und Schivelbein. Zwischen Ende Juli und Anfang September des Jahres kam es zu Ausschreitungen in Hammerstein, Dallentin, Bärwalde, Baldenburg, Jastrow, Konitz, Pollnow, Falkenburg, Stettin und Stolp.<sup class="modern-footnotes-footnote ">49</sup> Ein pommerscher Bürgerkrieg schien sich anzubahnen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">50</sup> Das sind Henricis Früchte!, mutmaßten die Zeitungen. Aber warum fielen sie gerade in Hinterpommern auf so fruchtbaren Boden? In einer Provinz, in der Juden schon seit langem ansässig waren und als gut integriert galten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">51</sup> Und die zudem mit einem Anteil von unter einem Prozent einen reichsweit sehr geringen jüdischen Bevölkerungsanteil hatte.<sup class="modern-footnotes-footnote ">52</sup></p>



<p>In der Öffentlichkeit diskutiert wurden zwei Erklärungsansätze. Die Juden seien schlichtweg selber Schuld durch Wuchergeschäfte und arrogantes Auftreten, argumentierten konservative Kreise und bedienten damit jahrhundertealte antisemitische Vorurteile. Für liberale Anhänger war die antisemitische Propaganda ursächlich für die Krawalle. Wuchervorwurf und Verführung &#8211; das gab es an vielen Orten im deutschen Kaiserreich. Aber warum wurden daraus in Hinterpommern gewalttätige Ausschreitungen? </p>



<p>Das Land war vom Konservatismus und der Idealisierung der Gemeinschaften auf den großen Gütern geprägt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">53</sup> Juden waren hiervon ausgeschlossen, denn ländlicher Grundbesitz und ländlicher Wohnsitz waren ihnen jahrhundertelang nicht erlaubt gewesen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">54</sup> Die meisten christlichen Pommern lebten von altersher von Landwirtschaft und Handwerk, die Juden waren hingegen vorwiegend im Handel tätig.<sup class="modern-footnotes-footnote ">55</sup> Die Modernisierung der Landwirtschaft im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts forderte von den Bauern Investitionen mit Geld, das sie nur durch Verschuldung aufbringen konnten. Banken und Darlehenskassen fehlten auf dem Land fast völlig. Da blieb als Kreditgeber nur der private Geldhandel, an dem jüdische Geschäftsleute einen überdurchschnittlich hohen Anteil hatten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">56</sup> Genügend Potential für Vorurteile, Neid und Konflikte.</p>



<p>Die einfache und wenig gebildete Landbevölkerung Hinterpommerns, das auch als eine der &#8222;rückständigsten preußischen Provinzen&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">57</sup> bezeichnet wurde, schien die Menschen anfälliger für antisemitische Propaganda gemacht zu haben. Antisemitische Zeitungen wie die Neustettiner &#8222;Neue Presse&#8220; und antisemitische Vereine hatten den Boden bereitet für die Agitation aus der Großstadt, die Ernst Henrici nach Hinterpommern trug. Als das Kösliner Gericht im Schivelbeiner Prozess fragte, wer der Anführer gewesen sei, antwortete der nichtjüdische Zeuge Kleinig: &#8222;Niemand von denen, das sind alles nur arme bethörte Leute, die kenne ich von Jugend auf und noch kann ich es nicht fassen, dass sie so furchtbar verblendet handeln konnten. Der Aufruhr in Schivelbein ist eine Folge der wüsten Agitation gegen die Juden, von der die gemeinen Leute glaubten, dass sie von oben herab begünstigt werde.&#8220;<sup class="modern-footnotes-footnote ">58</sup></p>



<p>Hinzu kam das Verhalten der Regierung.<sup class="modern-footnotes-footnote ">59</sup> Insbesondere die widersprüchliche Haltung Bismarcks gegenüber der antisemitischen Bewegung &#8211; mal unterstützte er sie, mal sprach er sich dagegen aus &#8211; erweckte bei den einfachen Leuten den Eindruck als wäre es im Sinne der Obrigkeit, sich gegen die Juden zu wenden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">60</sup> &#8222;Die Leute haben schließlich geglaubt, sie thäten dem Staate einen Gefallen&#8220;, sagte ein Zeuge im Schivelbeiner Prozess.<sup class="modern-footnotes-footnote ">61</sup></p>



<p>Auch die pommersche Strafverfolgung und Justiz schienen nur mäßiges Interesse an der Ahndung antisemitischer Straftaten zu haben. In Neustettin wurde nie ernsthaft versucht, gegen Antisemiten als Verantwortliche für die Brandstiftung zu ermitteln.<sup class="modern-footnotes-footnote ">62</sup> Vielmehr wurden fünf Mitglieder der jüdischen Gemeinde vor Gericht gestellt und vier von ihnen vor dem Schwurgericht in Köslin in erster Instanz auch verurteilt<sup class="modern-footnotes-footnote ">63</sup> &#8211; später dann aber vor dem Schwurgericht in Konitz freigesprochen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">64</sup> In den meisten Prozessen infolge der Unruhen in Pommern kamen die Angeklagten mit Freispruch oder geringen Strafen davon.<sup class="modern-footnotes-footnote ">65</sup> Beim Prozess gegen die 28 festgenommenen Schivelbeiner Randalierer vor dem Schwurgericht Köslin wurde ausgerechnet der einzige vom Gericht als Antisemit bezeichnete &#8222;vermögende Rentier&#8220; Brewing freigesprochen. Man müsse berücksichtigen, dass er &#8222;aus der durch die antisemitischen Hetzereien getrübte Einsicht gehandelt habe&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">66</sup> Antisemitismus als Entschuldigung for Antisemitismus.</p>



<p>In vielen Städten Pommerns blieben die Beziehungen zwischen Juden und Christen nach den Ereignissen des Sommers 1881 nachhaltig gestört.<sup class="modern-footnotes-footnote ">67</sup> </p>



<h2 class="wp-block-heading">Bismarck Bitter &#8211; Blüte und Niedergang</h2>



<p>Heymann Jacobus überwand die Nacht, in der seine Nachbarn seinen Laden zerstört hatten. Er packte an, reparierte sein Geschäft und baute es zur Likörfabrik aus. Der von ihm kreierte &#8222;Bismarck-Bitter&#8220;, ein Magenbitter aus den &#8222;heilsamsten Kräutern&#8220;, wurde so erfolgreich, dass seine Nachfahren die Marke 1911 schützen ließen, &#8222;da in neuester Zeit Verfälschungen vorgekommen sind&#8220;.<sup class="modern-footnotes-footnote ">68</sup> Nur echt war der Bismarck-Bitter mit der Unterschrift von H.E. Jacobus. Ein Fläschchen des allein echten Bismarck-Bitter befindet sich heute in der Sammlung der Otto-von-Bismarck-Stiftung.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/image.jpeg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="800" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/image.jpeg" alt="IMG_6435.JPG" class="wp-image-2276" style="width:auto;height:462px" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/image.jpeg 900w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/image-300x267.jpeg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/image-768x683.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Bild Etikett: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger 30.01.1917, S. 16 Bild Warenzeichen: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger 08.12.1911,  Warenzeichenbeilage, S. 42 <br>Bild der Flasche mit freundlicher Genehmigung der Otto-von Bismarckstiftung, Inventarnr. O 2017/015</figcaption></figure></div>


<p>1889 trat Sohn Emil in den Betrieb des Vaters ein<sup class="modern-footnotes-footnote ">69</sup> und führte ihn bis zu seinem Tod. Am 10. September 1936 erlosch die Firma H.E. Jacobus in Schivelbein.<sup class="modern-footnotes-footnote ">70</sup></p>



<p>Heymann Ephraim Jacobus starb am 1. Februar 1902 in Schivelbein.<sup class="modern-footnotes-footnote ">71</sup> Nie hätte er sich vorstellen können, dass die Schivelbeiner Krawalle nur ein Vorgeschmack auf das waren, was seinen Kindern und Enkelkinder noch bevorstand. Fünf seiner Kinder erlebten die Demütigungen und Verfolgungen der Shoah unmittelbar in Deutschland. Bis auf seine Tochter Helfriede, die mit über 70 Jahren nach Palästina flüchtete, blieben alle seine Kinder in der Heimat. Seine Enkelkinder, viele von ihnen in Schivelbein geboren, mussten in die ganze Welt flüchten, wanderten aus nach Palästina, Australien, in die USA und nach Uruguay. Enkelin Hedwig schaffte es nicht, sie wurde 1942 nach Sobibor deportiert und später für tot erklärt.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6426.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="853" height="1024" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6426-853x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2272" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6426-853x1024.jpg 853w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6426-250x300.jpg 250w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6426-768x922.jpg 768w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/IMG_6426.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 853px) 100vw, 853px" /></a></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p></p>



<p><em>Einige Nachkommen von Heymann Ephraim Jacobu</em>s (von links nach rechts)<br><em>Urenkelin Lieselotte (Israel), Enkelin Johanna (Uruguay), Urenkel Günther (Israel), Tochter Helfriede (Israel), Urenkelin Ruth (Israel) mit Urenkel Horst (USA), Enkelin Frieda (Israel), Enkel Helmut (Israel), Enkel Johannes (USA), Enkelin Johanna (Israel)</em></p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Bildschirmfoto-2024-08-09-um-18.24.03.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="878" height="212" src="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Bildschirmfoto-2024-08-09-um-18.24.03.jpg" alt="" class="wp-image-2277" srcset="https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Bildschirmfoto-2024-08-09-um-18.24.03.jpg 878w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Bildschirmfoto-2024-08-09-um-18.24.03-300x72.jpg 300w, https://ahnenblog.globonauten.de/wp-content/uploads/2024/08/Bildschirmfoto-2024-08-09-um-18.24.03-768x185.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 878px) 100vw, 878px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Einbürgerung Enkel Fritz in Australien März 1944</figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Im Jahr 1881 konnte niemand ahnen, was 60 Jahre später in Deutschland passieren würde. Und doch sehen Historiker direkte Verbindungslinien der Geschehnisse in Pommern bis in die Zeit des Nationalsozialismus<sup class="modern-footnotes-footnote ">72</sup> und bezeichnen sie als Pogrome.<sup class="modern-footnotes-footnote ">73</sup> Immer wieder flammten in den Folgejahren antisemitische Ausschreitungen in Pommern auf &#8211; so z.B. 1883 erneut in Neustettin oder 1900 im Zuge der &#8222;Konitzer Mordaffäre&#8220; in Stolp und Bütow. Grund genug, an die Geschehnisse in Schivelbein im Sommer 1881 und Heymann Jacobus, der der Gewalt seiner Nachbarn trotzte, zu erinnern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Literatur</h2>



<p>Benz, Wolfgang (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus, Berlin 2010</p>



<p>Bergmann, Werner: Tumulte &#8211; Excesse &#8211; Pogrome, Göttingen 2020, hier insb. S. 500 ff.: Antisemitische Agitation und die Welle antijüdischer Ausschreitungen in Pommern und Westpreußen 1881</p>



<p>Hoffmann, Gerd: Der Prozeß um den Brand der Synagoge in Neustettin, Schifferstadt 1998</p>



<p>Hoffmann, Christhard: Politische Kultur und Gewalt gegen Minderheiten. Die antisemitischen Ausschreitungen in Pommern und Westpreußen 1881, in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung, Hrsg. Wolfgang Benz für das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, Frankfurt am Main 1994</p>



<p>Jahr, Christoph: Antisemitismus vor Gericht, Frankfurt am Main 2011</p>



<p>Männchen, Julia: Der Antisemitismus seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland, in: Der faschistische Pogrom vom 9./10.November 1938 &#8211; Zur Geschichte der Juden in Pommern, S. 18 ff., Hrsg. Wolfgang Wilhelmus, Greifswald 1989</p>



<p>Silbergleit, Heinrich: Die Bevölkerungs- und Berufsverhältnisse der Juden im Deutschen Reich, Berlin 1930</p>



<p>Vogt, Bernhard: Antisemitismus und Justiz im Kaiserreich: Der Synagogenbrand in Neustettin, in: &#8222;Halte fern dem ganzen Lande jedes Verderben&#8230;&#8220; Geschichte und Kultur der Juden in Pommern, S. 379 ff., Hrsg. Heitmann, Schoeps, Hildesheim 1995</p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Berliner Tageblatt Morgenausgabe, 10. Jg. Nr. 551 vom 24.11.1881, S. 5</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Wächter, Bielefelder Zeitung, 17. Jg. Nr. 186 vom 12.08.1881, S.3</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Echo der Gegenwart Aachen, 33. Jg. Nr. 217 vom 12.08.1881, S. 2</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Aufzeichnung Frida Jacobus aus Sammlung Eva Podietz bei Leo Baeck Institute, LBI Archives AR 12065</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Tagebuch des Haimann Jacobus 1848, S. 1, aus der Sammlung Eva Podietz bei Leo Baeck Institute, LBI Archives AR 12065</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Tagebuch des Haimann Jacobus 1848, S. 1, aus der Sammlung Eva Podietz bei Leo Baeck Institute, LBI Archives AR 12065</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Tagebuch des Haimann Jacobus 1848, S. 1, aus der Sammlung Eva Podietz bei Leo Baeck Institute, LBI Archives AR 12065</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Allgemeine Zeitung des Judenthums, 24. Jg. Nr. 6 vom 07.02.1860, S. 92</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Grundbuch von Schivelbein Band I, Blatt 139</div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nachweisung der im Deutschen Reiche gesetzlich geschützten Waarenzeichen, herausgegeben im Auftrag des Reichsamts des Innern<br>II. Band Gruppe XII Nahrungs- und Genussmittel<br>1888 S. 191</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://raawi.de/die-vergessene-geschichte-der-juden-in-der-alkoholindustrie">https://raawi.de/die-vergessene-geschichte-der-juden-in-der-alkoholindustrie</a></div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Grabinschrift Todesdatum 05.06.1866</div><div>13&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jahr, Christoph in Benz, Wolfgang: Handbuch des Antisemitismus, S. 270 ff. </div><div>14&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;z.B. Silvester 1880/81 in Berlin, s. Hoffmann, Gerd: Der Prozess um den Brand der Synagoge in Neustettin, S. 13 f. </div><div>15&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hoffmann, Gerd: Der Prozess um den Brand der Synagoge in Neustettin, S.249</div><div>16&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums, 12. Jg. Nr. 6 vom 09.02.1881, S. 56</div><div>17&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hoffmann, Gerd: Der Prozess um den Brand der Synagoge in Neustettin, S. 24 f.</div><div>18&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;s. Hoffmann, Gerd: Der Prozess um den Brand der Synagoge in Neustettin, Biobibliographische Anmerkungen zu Ernst Henrici ab S. 247</div><div>19&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hoffmann, Gerd: Der Prozess um den Brand der Synagoge in Neustettin S. 34</div><div>20&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;z.B. Hoffmann, Gerd: Der Prozess um den Brand der Synagoge in Neustettin S. 41</div><div>21&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Frankenberger Tageblatt (Sachsen), Nr. 182/1881 vom 07.08.1881, S. 2</div><div>22&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Israelit, 22. Jg. Nr. 34 vom 24.08.1881, S. 854</div><div>23&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Berliner Tageblatt Abend-Ausgabe, 10. Jg. Nr. 550 vom 23.11.1881, S.3</div><div>24&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Neue Westfälische Volks-Zeitung, 5. Jg. Nr. 279 vom 29.11.1881, S. 2</div><div>25&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Berliner Tageblatt Abend-Ausgabe, 10. Jg. Nr. 550 vom 23.11.1881, S.3</div><div>26&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht Hirsch Rackwitz in: Allgemeine Zeitung des Judenthums, 45. Jg. Nr. 38 vom 20.09.1881, S. 625 </div><div>27&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Berliner Tageblatt Morgen-Ausgabe, 10. Jahrgang Nr. 551 vom 24.11.1881, S. 5</div><div>28&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Israelit, 22. Jg. Nr. 34 vom 24.08.1881, S. 854</div><div>29&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Echo der Gegenwart Aachen, 33. Jg. Nr. 217 vom 12.08.1881, S. 2</div><div>30&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Berliner Tageblatt Abend-Ausgabe, 10. Jg. Nr. 550 vom 23.11.1881, S.3</div><div>31&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Echo der Gegenwart Aachen, 33. Jg. Nr. 217 vom 12.08.1881, S. 2</div><div>32&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Echo der Gegenwart Aachen, 33. Jg. Nr. 217 vom 12.08.1881, S. 2</div><div>33&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Israelit, 22. Jg. Nr. 34 vom 24.08.1881, S. 854</div><div>34&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Echo der Gegenwart Aachen, 33. Jg. Nr. 217 vom 12.08.1881, S. 2</div><div>35&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Wächter, Bielefelder Zeitung, 17. Jg. Nr. 186 vom 12.08.1881, S.3</div><div>36&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Echo der Gegenwart Aachen, 33. Jg. Nr. 217 vom 12.08.1881, S. 2</div><div>37&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Wächter, Bielefelder Zeitung, 17. Jg. Nr. 186 vom 12.08.1881, S.3</div><div>38&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gummersbacher Zeitung Nr. 93 vom 13.08.1881, S. 1</div><div>39&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Israelit, 22. Jg. Nr. 34 vom 24.08.1881, S. 854</div><div>40&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Wächter, Bielefelder Zeitung, 17. Jg. Nr. 186 vom 12.08.1881, S.3</div><div>41&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gladbacher Volkszeitung Nr. 95 vom 18.08.1881, S. 2</div><div>42&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Allgemeine Zeitung des Judenthums, 45. Jg. Nr. 38 vom 20.09.1881, S. 626</div><div>43&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gladbacher Volkszeitung Nr. 95 vom 18.08.1881, S. 2</div><div>44&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;z.B. Berliner Tageblatt Abend-Ausgabe, 10. Jg. Nr. 550 vom 23.11.1881, S.3, Berliner Tageblatt Morgen-Ausgabe, 10. Jahrgang Nr. 551 vom 24.11.1881, Berliner Tageblatt Abend-Ausgabe, 10. Jg. Nr. 554 vom 25.11.1881, S. 3, Neue Westfälische Volks-Zeitung, 5. Jg. Nr. 279 vom 29.11.1881, S. 2</div><div>45&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Berliner Tageblatt Morgen-Ausgabe, 10. Jg. Nr. 553, S.6 </div><div>46&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Echo der Gegenwart Aachen, 33. Jg. Nr. 327 vom 01.12.1881, S. 8 </div><div>47&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Allgemeine Zeitung des Judentums, Jg. 45, Heft 35, 30.08.1881, S. 570</div><div>48&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Allgemeine Zeitung des Judentums, Jg. 45, Heft 35, 30.08.1881, S. 570</div><div>49&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bergmann, Werner: Tumulte &#8211; Excesse &#8211; Pogrome, S. 511</div><div>50&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hoffmann, Christhard: Politische Kultur und Gewalt gegen Minderheiten, S. 93</div><div>51&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hoffmann, Christhard: Politische Kultur und Gewalt gegen Minderheiten, S. 93</div><div>52&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Silbergleit, Heinrich: Die Bevölkerungs- und Berufsverhältnisse der Juden im Deutschen Reich, S. 19</div><div>53&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; z.B. v. Eickstedt, Claus: Die berufsständische Lösung der Landarbeiterfrage in Pommern</div><div>54&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Silbergleit, Heinrich: Die Bevölkerungs- und Berufsverhältnisse der Juden im Deutschen Reich, S. 10</div><div>55&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hoffmann, Christhard: Politische Kultur und Gewalt gegen Minderheiten, S. 93</div><div>56&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hoffmann, Christhard: Politische Kultur und Gewalt gegen Minderheiten, S. 96</div><div>57&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hoffmann, Christhard: Politische Kultur und Gewalt gegen Minderheiten, S. 94</div><div>58&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Allgemeine Zeitung des Judenthums, Jg. 45, Heft 50, 13.12.1881, S. 828</div><div>59&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;ausführlich hierzu: Bernhard Vogt: Antisemitismus und Justiz im Kaiserreich: Der Synagogenbrand in Neustettin, S. 390 ff.</div><div>60&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hoffmann, Christhard: Politische Kultur und Gewalt gegen Minderheiten, S. 101 f.</div><div>61&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Allgemeine Zeitung des Judenthums, Jg. 45, Heft 50, 13.12.1881, S. 828</div><div>62&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jahr, Christoph: Antisemitismus vor Gericht, S. 222</div><div>63&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Urteil des Schwurgerichts Köslin vom 22.10.1883, detaillierte Prozessschilderung s. Hoffmann, Gerd: Der Prozess um den Brand der Synagoge in Neustettin, S. 50 ff.</div><div>64&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Urteil des Schwurgerichts Konitz vom 07.03.1884, detaillierte Prozessschilderung s. Hoffmann, Gerd: Der Prozess um den Brand der Synagoge in Neustettin, S.115 ff.</div><div>65&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bergmann, Werner: Tumulte &#8211; Exzesse &#8211; Pogrome S. 521 </div><div>66&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Echo der Gegenwart Aachen, 33. Jg. Nr. 327 vom 01.12.1881, S. 8 </div><div>67&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hoffmann, Christhard: Politische Kultur und Gewalt gegen Minderheiten, S. 112</div><div>68&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Text Etikett, s. unten</div><div>69&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vierte Beilage zum zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger Nr. 60 vom 18.03.1889</div><div>70&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zentralhandelsregisterbeilage zum Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger Nr. 216 vom 16.09.1936</div><div>71&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Standesamt Schivelbein Tote, 1902/011</div><div>72&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Männchen, Julia: Der Antisemitismus seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland, S.18</div><div>73&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bernhard Vogt: Antisemitismus und Justiz im Kaiserreich: Der Synagogenbrand in Neustettin, S.399</div><p>Der Beitrag <a href="https://ahnenblog.globonauten.de/heymann-jacobus-und-die-krawalle-von-schivelbein/">Heymann Jacobus und die Krawalle von Schivelbein</a> erschien zuerst auf <a href="https://ahnenblog.globonauten.de">Ahnenblog</a>.</p>
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